„Mein Albtraum? Ein junger Chinese, der jedes Leg mit einem Neun-Darter beendet“ – Barry Hearn über die globale Zukunft des Darts
PDC
Barry Hearn ist 77 Jahre alt, doch seine Energie und Vision für den Dartsport scheinen unerschöpflich. Während der Alexandra Palace in London sich auf eine weitere ausverkaufte Darts WM vorbereitet, denkt der Präsident der PDC längst weiter. Für ihn ist das erst der Anfang einer globalen Erfolgsgeschichte.
Die WM 2026 wird größer als je zuvor: 128 Teilnehmer, 20 Spieltage und insgesamt 25 Millionen Pfund Preisgeld – doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Weltmeister kassiert künftig eine Million Pfund. Hearn lächelt, wenn er über diese Zahlen spricht. „Ich bringe das Preisgeld auf 100 Millionen, wenn ich lange genug lebe“, sagt er gegenüber The Times. „Und das wäre ein Vermächtnis, auf das ich mit Freude zurückblicke, wenn ich da oben liege.“
In der Matchroom-Zentrale erinnert ein besonderes Stück an einen der magischsten Momente der Darts-Geschichte: das Scoreboard von Michael Smiths 9-Darter im WM-Finale 2023. Doch selbst dieser legendäre Wurf verblasste, als Luke Littler kurze Zeit später den Sport revolutionierte.
Das Phänomen Luke Littler: „Er verändert das Spiel“
Luke Littler ist erst 18 Jahre alt und schon jetzt die treibende Kraft einer neuen Ära. Neun Major-Titel, fast zwei Millionen Pfund Preisgeld und der Status als jüngste Nummer eins aller Zeiten – der Teenager hat den Sport auf den Kopf gestellt. Für Barry Hearn ist Littler der ultimative Gamechanger. „Er ist ein anderes Biest als damals, als er mit sechzehn auf die Bühne kam. Heute strotzt er vor Selbstvertrauen.“

Unter der Leitung von Barry Hearn ist der Dartsport zu einem weltweiten Phänomen herangewachsen
Doch der Erfolg hat auch Schattenseiten. Der junge Superstar kann kaum noch unerkannt unterwegs sein. „Er kann nicht mehr mit Freunden ein Bier trinken, ohne dass alle auf ihn zustürmen. Aber seine Leistungen leiden nicht darunter. Er bleibt bodenständig“, sagt Hearn.
Was Littler besonders macht, ist sein spielerischer Mut. „Er probiert Finishes aus, nur um die Leute verrückt zu machen. Ich habe gesehen, wie er dreimal auf 50 wirft und sofort Bull trifft. Früher hättest du dafür Ärger bekommen, aber er findet es witzig.“ Der Teenager vereint lässige Unbekümmertheit mit eiskalter Präzision – ein Mix, der Millionen begeistert.
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Die Zahlen belegen Littlers Strahlkraft: Das WM-Finale gegen Luke Humphries verfolgten 4,8 Millionen Zuschauer – die höchste Nicht-Fußball-Übertragung aller Zeiten auf Sky Sports. Auch beim Ticketverkauf erzielt die PDC Rekorde. „Ich hätte die Preise vervierfachen können und wäre trotzdem in 24 Minuten ausverkauft gewesen“, betont Hearn.
Der Alexandra Palace bleibt noch bis 2031 Schauplatz der WM. Ab 2026 zieht das Turnier allerdings innerhalb des Gebäudes in die Great Hall um, um mehr Fans Platz zu bieten. „Ally Pally ist ein Monster, das gefüttert werden will“, sagt Hearn lachend.
Globaler Boom – und Hearns klarer Kurs
Der Dartsboom macht längst nicht mehr vor Landesgrenzen Halt. Die PDC expandiert weiter, eroberte bereits Bahrain, Abu Dhabi und Riad. Hearn bleibt dennoch geerdet. „Sind wir in gewissem Sinne Prostituierte, die tun, was verlangt wird, solange der Preis stimmt? Ja, okay“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
Auch das Interesse aus Saudi-Arabien lockt, doch Hearn zeigt Haltung. „Sie könnten morgen sagen: Wir wollen die WM kaufen. Ich denke, dafür könnte ich 20 Millionen bekommen. Aber es wäre kein gutes Turnier.“
Besonders stolz erzählt er von einer Begegnung in Bahrain. „Der Prinz sagte mir, er habe sich heimlich im weißen T-Shirt in die Halle geschmuggelt. Er fand es so großartig, dass er Darts in das Schulangebot aufgenommen hat.“ Diese Anekdote steht symbolisch für den Wandel – Darts erreicht neue Kulturen und Generationen.
Mit neuen Premier-League-Ablegern in Australien, China und den USA geht die Expansion weiter. Doch bei allem Wachstum bleibt Hearn realistisch. „Mein Albtraum? Ein chinesischer Spieler, der jedes Mal einen 9-Darter wirft. Dann wäre der Sport sofort tot“, sagt er halb im Scherz, halb im Ernst.
Darts – der Sport der einfachen Leute
Für Barry Hearn ist Darts mehr als Unterhaltung. Es ist ein Sport, der Barrieren überwindet und Geschichten schreibt. „Früher sagten die Leute: ‚Darts? Dicke Männer, Rauch, Alkohol.‘ Heute sind wir das Gegenteil – das ist unsere ultimative Rache.“
Er erzählt von Momenten, die ihn berühren: „Nathan Aspinall sagte nach seinem ersten großen Titel: ‚Ich habe gerade 60.000 für mein Haus gezahlt und hier 100.000 gewonnen.‘ Das verändert Leben.“
Und genau das treibt Hearn an. Darts soll Träume ermöglichen. „Ein Kind kann Luke Littler sehen und denken: Ich bin nicht athletisch, ich bin nicht superdünn, aber vielleicht kann ich das.“
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










