„Mühelos, ein Vorbild für die Jugend – einer der besten Würfe im Sport“: Glen Durrant schwärmt von Raymond van Barneveld
PDCNur wenige Namen im Dartsport beflügeln die Fantasie so sehr wie jener von Raymond van Barneveld. Für viele Fans ist der fünffache Weltmeister eine lebende Legende. Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt er das Geschehen auf den Bühnen der Welt. Doch nicht nur seine Titel und Rekorde sorgen für Gesprächsstoff, auch seine Technik ist ein Phänomen. Denn wie bei allen Größen des Sports blieb auch bei Van Barneveld nichts unverändert: Sein einst jugendlicher, einfacher Wurf hat sich zu einer der elegantesten Bewegungen im modernen Darts entwickelt.
Kürzlich stand „Barney“ im Mittelpunkt der Analyse-Reihe MODUS Super Series – Break or Throw. Dort nahm der ehemalige Lakeside-Champion und Trainer Glen Durrant seinen Wurf, seine Einstellung und seine Mentalität genauer unter die Lupe. Heraus kamen faszinierende Einblicke in die Technik eines Champions – und wertvolle Lektionen für junge Spieler, die ihr Spiel verbessern möchten.
Einer der besten Würfe aller Zeiten?
Für Durrant zählt Van Barnevelds Wurf zu den schönsten im Sport. Das Geheimnis liegt in seiner flüssigen Bewegung. Kein Stocken, keine Hektik – nur Timing und Geschmeidigkeit. „Es sieht mühelos aus“, schwärmt Durrant. Selbst der Rückzug des Arms sei ein Musterbeispiel für Eleganz: ohne Spannung, ohne unnötige Bewegungen. Einfach, klar und doch das Resultat jahrzehntelanger Feinarbeit.

Premier League Sieger 2020, Glen Durrant
Doch die Einfachheit trügt. Hinter der Ruhe steckt ein Spieler, der seine Technik immer wieder angepasst hat. Schon in den 1990er Jahren veränderte er sein Spiel, um mit Phil Taylor mithalten zu können. Dessen „Stacking“ auf der Triple 20 inspirierte Van Barneveld, Griff und Wurf zu verfeinern. Ein Beweis dafür, dass auch Legenden ihre Grundlagen ständig hinterfragen.
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Die Grundlagen: Haltung und Gleichgewicht
Für Van Barneveld beginnt alles bei der Körperhaltung. „Als Rechtshänder stelle ich meinen rechten Fuß nach vorne“, erklärt er. „Aber nicht gerade auf dem Oche wie andere, sondern leicht gedreht. Dann lehne ich mich nach vorne, um näher am Board zu sein.“
„Barney fühlt sich seitlich wohler“, sagt Durrant. „Entscheidend sind Balance und Stabilität. Es gibt keine perfekte Haltung für alle – nur Konsequenz.“
Das Vorbeugen sorgt immer wieder für Diskussionen. Michael van Gerwen lehnt sich extrem weit nach vorne, andere bleiben fast aufrecht. „Am Ende muss der Körper die Position jahrelang aushalten“, so Durrant. „Rücken und Knie dürfen nicht überlastet werden – das ist langfristig entscheidend.“
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„Denken ist tödlich“
Neben der Technik spielt auch der Kopf eine zentrale Rolle. „Denken ist ein Killer im Dartsport“, betont Van Barneveld. Während des Wurfs dürfe man nicht grübeln, alles müsse instinktiv passieren.
Durrant stimmt zu. „Als ich meinen ersten Lakeside gewann, habe ich überhaupt nicht über die Technik nachgedacht. Später, als ich anfing zu analysieren, ging es bergab.“ Genau deshalb sei Barneys Leitsatz so wichtig: Im Training reflektieren, auf der Bühne den Kopf freimachen.
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Griff: Einzigartig und unverwechselbar
Ein weiterer Punkt ist Barneys Griff. Er nutzt viele Finger am Schaft und sogar an der Spitze. Der kleine Finger löst sich erst im letzten Moment. Das sorgt für eine Mischung aus Kontrolle und Flexibilität.
„Einen Griff kann man nicht kopieren“, warnt er. Jeder Spieler müsse seine eigene natürliche Haltung finden. Durrant ergänzt: „Man sagt, ein Dart müsse leicht wie eine Feder gehalten werden. Bei Barney sieht man das perfekt: Der Pfeil scheint nichts zu wiegen.“
Rhythmus und Routine
Auch der Rhythmus ist entscheidend. Van Barneveld rät, im Training nicht zu schnell zu werfen. „Im Match wartet man oft, bis der Gegner fertig ist. Wer zu Hause immer sofort neue Darts wirft, verliert den Rhythmus.“
Durrant bestätigt das: „Bobby George sprach oft davon – trainiere, als ob ein Gegner da wäre. Nur so erreicht man Konstanz.“
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Experimentieren versus Vertrauen
Van Barneveld ist bekannt dafür, regelmäßig mit Flights, Spitzen oder Barrels zu experimentieren. Manche Kritiker sehen darin Unsicherheit. Doch Durrant widerspricht: „Man tüftelt im Training, nicht im Match. Auf der Bühne muss der Kopf frei sein.“
Die Suche nach Balance gehört zum Spitzensport. Kleine Veränderungen können helfen oder scheitern. Entscheidend sei, dass Barney seit 30 Jahren auf Topniveau spielt – getragen von Erfahrung und Routine.
Eine lebende Legende
Trotz seines Alters und vergangener Rücktritte bleibt Van Barneveld wettbewerbsfähig. Jüngst qualifizierte er sich erneut für große Turniere wie das World Matchplay, wo ein Duell mit Michael van Gerwen anstand – ein Publikumsmagnet.
„Sein Name zieht noch immer die größten Mengen an“, sagt Durrant. „Dass er nach seinem Comeback wieder mithalten kann, ist unglaublich. Das zeigt den Hunger und die Klasse eines Champions.“
Doch Van Barneveld selbst denkt größer. Für einen fünffachen Weltmeister ist bloßes Mitspielen zu wenig. Er will weitere Titel, auch wenn die Konkurrenz mit Littler, Humphries und Price härter denn je ist.
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Fazit: Das Vermächtnis eines Wurfs
Raymond van Barneveld hat gezeigt, dass ein Wurf kein starres Muster ist. Er hat experimentiert, verändert und verfeinert – ohne seine Identität zu verlieren. Seine Technik besticht durch Eleganz, Kontrolle und Einfachheit und dient heute weltweit als Vorbild.
Seine wichtigsten Lehren:
- Finde deine eigene Haltung und Balance.
- Entwickle einen Griff, der zu dir passt.
- Trainiere im Wettkampfrhythmus.
- Vertraue im Match auf deine Technik, nicht auf Grübelei.
Für Nachwuchsspieler ist Barney daher das beste Beispiel. Nicht nur wegen seiner Titel, sondern wegen seiner Fähigkeit zur ständigen Neuerfindung. Auch heute bleibt der Mann aus Den Haag eine Quelle der Inspiration – eine lebende Legende, die den Dartsport geprägt hat.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026












