Luke Littler hat mit einem Lächeln auf die Gerüchte reagiert, er wolle seine Dartkarriere gegen eine Zukunft als YouTube-Star eintauschen. Der zweifache Weltmeister, der am Donnerstagabend mit seinem fünften Wochensieg in der Premier League erneut beeindruckte, stellte klar, dass er vorerst nirgendwo hingeht.
Die Spekulationen entstanden, nachdem Littler zusammen mit seiner Freundin Faith Aufnahmen in den sozialen Medien geteilt hatte. Darin war „The Nuke“ in auffallend entspannter Umgebung zu sehen, tanzend im Auto, wie er ein Fläschchen Louis-Vuitton-Parfum ausprobierte und Panini-Stickerpacks öffnete. Außerdem trat er mit einem Pinguin-Bucket-Hut auf, ein Augenzwinkern in Richtung Darts-Kollege Justin Hood.
Innerhalb der Dartswelt wurde schon länger gemutmaßt, Littler könnte angesichts seiner Beliebtheit außerhalb des Sports eine andere Richtung einschlagen. Namen wie Angry Ginge und JaackMaate wurden dabei regelmäßig genannt. Littler selbst sieht das jedoch völlig anders.
„Niemand hat je wirklich gesehen, was Luke Littler alles macht“, sagte der junge Engländer. „Sie haben wahrscheinlich schon einmal den YouTube-Kanal von Stephen Bunting gesehen. Da geht es mehr um Training, neue Darts ausprobieren und allerlei andere Dinge.“
Littler zufolge geht es bei seiner Online-Präsenz vor allem um Spaß und Entspannung, nicht um einen ernsthaften Karrierewechsel. „Es hat Spaß gemacht. Faith hatte es bei der Arbeit schwer, also dachten wir: Besorgen wir uns eine Kamera und machen etwas damit. Uns beiden gefällt es, und wir gewöhnen uns immer mehr daran, einander zu filmen und einfach wir selbst zu sein.“
Das heißt nicht, dass alles wie von selbst läuft. „Es ist schon witzig, wenn wir Dinge aufnehmen. Wir müssen oft von vorn anfangen, es gibt ziemlich viele Takes bei dem, was wir machen. Aber es kommen noch genügend Videos.“
Einen echten Wechsel zu YouTube sieht Littler vorerst nicht. „Ich glaube nicht, dass es wirklich etwas für YouTube ist. Ich werde keinen YouTube-Kanal starten. Das ist eher etwas für TikTok und Instagram, und Twitter habe ich nie wirklich im Griff gehabt. Es sind einfach Einblicke hinter die Kulissen, was ich täglich mache.“
Fokus zurück auf das Board nach schwieriger Phase
Littlers Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem es sportlich wieder aufwärts geht. Nach einer schwierigen Phase in der
Premier League, in der er unter anderem in einen Vorfall mit Gian van Veen in Manchester verwickelt war, schien der Druck kurzzeitig zuzunehmen. Auch in Brighton sah er sich einer feindseligen Atmosphäre seitens des Publikums ausgesetzt.
Dennoch fing sich Littler überzeugend. Mit Siegen in Rotterdam und Aberdeen unterstrich er seine Klasse und Widerstandskraft. Seine jüngsten Ergebnisse brachten ihn zudem erneut an die Spitze der Tabelle.
Nach seinem Sieg in Aberdeen wirkte Littler gelöst. „Ich habe mich einfach wohlgefühlt. Das Training lief gut, und ich bin froh, dass ich das auch auf der Bühne zeigen konnte.“