PDC Chef Matt Porter hat in einem Interview mit Online Darts die vieldiskutierte Regeländerung innerhalb der European Tour erläutert. Die Änderung bedeutet, dass die besten 16 Spieler der Weltrangliste jetzt einen geschützten Status haben werden und nicht mehr die besten 16 Spieler des Pro Tour Order of Merit.
Angesichts des neuen Formats der European Tour fragten sich viele, ob dies bedeuten würde, dass die Spitzenspieler weniger von den Players Championship-Turnieren Gebrauch machen würden. Porter antwortete jedoch unnachgiebig.
"Die Pro Tour ist ausschließlich für die Spieler da", sagte Porter. "Sie ist kein kommerzielles Produkt mit Übertragungsrechten oder Einschaltquoten, aber sie bietet den Spielern die Möglichkeit, ein Einkommen zu erzielen. Tour Card-Inhaber haben jetzt Zugang zu 104 Turnieren über einen Zeitraum von zwei Jahren, was einem Durchschnitt von einem Turnier pro Woche entspricht. In anderen Einzelsportarten wie Tennis oder Golf ist das gar nicht so ungewöhnlich. Irgendwann muss man einfach Leistung bringen, sonst ist man vielleicht nicht bereit für den Status, den man hat."
In einem früheren Interview mit Matchroom-Gründer Barry Hearn wurde festgestellt, dass das Durchschnittsalter der Spitzenspieler sinkt. Porter bestätigte diesen Trend und betonte, dass dies eine logische Folge des veränderten Zustroms innerhalb des Sports sei.
"Vor zwanzig bis 30 Jahren kam der Profi-Dartsport hauptsächlich aus der Kneipenkultur", erklärt Porter. "Heute sieht man Spieler, die schon früh über die Junior Darts Corporation (JDC), die Development Tour oder einfach zu Hause mit einer Dartscheibe an der Schlafzimmertür trainieren. Das ist ein ganz anderer Weg zum professionellen Circuit".
Porter enthüllte auch eine bemerkenswerte Statistik. "Jedes Jahr bekomme ich von der PDPA (Professional Darts Players Association) eine Tabelle mit dem Durchschnittsalter der Top Acht, Top 16 und Top 32. Diese Tabelle geht jedes Jahr ein bisschen nach unten. Das zeigt deutlich, in welche Richtung sich der Sport entwickelt."
Die Winmau World Masters wurden Ende Januar umbenannt, und die erste Ausgabe des neu gestalteten Turniers wurde von vielen als großer Erfolg gewertet. Porter lobte das Rebranding und die Bedeutung dieser historischen Veranstaltung.
"Unsere Zusammenarbeit mit Winmau, einem unserer wichtigsten strategischen Partner, war entscheidend, um diesem Turnier neues Leben einzuhauchen. Das World Masters war in den 1970er bis 1990er Jahren ein ikonisches Turnier, aber in den letzten Jahren hat es an Prestige verloren. Viele moderne Dartfans wissen gar nicht mehr, wie wichtig dieses Turnier einmal war."
Laut Porter hatte das Turnier in den letzten Jahren keine klare Identität, aber das hat sich nun geändert. "Es ist nicht mehr nur ein Aufwärmturnier für die Premier League oder eine Gelegenheit für die Spieler, nach ihrem Urlaub wieder in Form zu kommen. Die Winmau World Masters sind jetzt ein vollwertiges Major-Turnier und haben sich ihren Platz im Kalender mehr als verdient."
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