Luke Woodhouse hat es geschafft: Der Engländer gewann bei
Players Championship 18 erstmals in seiner Profi-Karriere einen PDC-Titel und krönte damit einen emotionalen Turniertag in Leicester. Im Finale setzte sich Woody mit 8:4 gegen Landsmann
Andrew Gilding durch, nachdem dieser noch vor wenigen Tagen seinen ersten Players-Championship-Triumph gefeiert hatte.
Aus deutscher Sicht rückte
Players Championship 18 vor allem einen Namen in den Mittelpunkt:
Niko Springer spielte sich mit einem starken Turnierlauf bis in das Viertelfinale und sorgte damit für das beste deutsche Ergebnis des Tages. Insgesamt erreichten drei Deutsche das Boardfinale, während zahlreiche weitere Hoffnungsträger früh ausschieden.
Springer in Topform
Zum Auftakt präsentierte sich Springer direkt in starker Form. Der Meenzer Bub ließ Shane McGuirk beim 6:0-Whitewash samt 98er-Average keinerlei Chance und zog souverän in Runde zwei ein. Ebenfalls erfolgreich starteten unter anderem Martin Schindler mit einem deutlichen 6:1 gegen Cor Dekker, Kai Gotthardt mit einem hochklassigen 6:1-Erfolg gegen Viktor Tingström sowie Gabriel Clemens, der sich trotz eines überschaubaren Averages mit 6:3 gegen Vortagesfinalist Jermaine Wattimena durchsetzte. Für eine Überraschung sorgte zudem Marvin Kraft, der Damon Heta mit 6:3 aus dem Turnier nahm.
Niko Springer spielte sich bei Players Championship 18 als bester Deutscher bis in das Viertelfinale von Leicester
Auch das deutsch-deutsche Erstrundenduell verlief eindeutig: Lukas Wenig setzte sich mit starken 96 Punkten im Average klar mit 6:1 gegen Maximilian Czerwinski durch. Weniger erfolgreich verlief der Tag dagegen für Max Hopp. Der Maximiser kämpfte sich gegen Routinier Mervyn King zwar mehrfach zurück und erzwang den Decider, vergab dort jedoch einen Matchdart auf Tops und musste sich schließlich geschlagen geben. Ebenfalls bereits in Runde eins ausgeschieden waren unter anderem Ricardo Pietreczko, Leon Weber, Pascal Rupprecht, Arno Merk und Dominik Grüllich.
In Runde zwei entwickelte sich insbesondere Kai Gotthardt zu einem deutschen Lichtblick. Der Esslinger spielte gegen Karel Sedlacek stark auf, überzeugte mit knapp 96 Punkten im Average und zog durch ein souveränes 6:2 erstmals in dieser Saison in ein Players-Championship-Boardfinale ein. Auch Yorick Hofkens erreichte mit einem Decider-Sieg gegen Connor Scutt erstmals in seiner noch jungen PDC-Karriere die Runde der letzten 32 auf dem Floor.
Springer setzte seinen starken Lauf derweil fort. Gegen Jeffrey de Zwaan überzeugte der Deutsche zwischenzeitlich mit einem Average von über 107 Punkten und setzte sich nach einem spannenden Decider schließlich auf der Doppel-18 durch. Im anschließenden Boardfinale gegen Joe Cullen drehte Springer einen frühen 0:2-Rückstand mit fünf Leggewinnen in Serie und zog durch einen 6:3-Erfolg ins Achtelfinale ein.
Für die übrigen Deutschen war dagegen spätestens in Runde zwei beziehungsweise im Boardfinale Endstation. Clemens unterlag Tommy Morris mit 4:6, Wenig verlor einen Decider gegen Joe Hunt und Kraft musste sich Chris Landman mit 2:6 geschlagen geben. Gotthardt scheiterte nach einem starken Turniertag ebenfalls im Decider gegen Ross Smith, während Hofkens Jeffrey Sparidaans mit 2:6 unterlag. Auch der Schweizer Stefan Bellmont verabschiedete sich im Boardfinale mit 1:6 gegen den formstarken Kevin Doets.
Springer marschiert ins Viertelfinale
Im Achtelfinale sorgte Springer dann für den nächsten deutschen Höhepunkt. Gegen Ross Smith entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, ehe der Deutsche mit einem wichtigen Break auf der Doppel-1 zur 4:3-Führung davonzog. Wenig später machte Springer seinen 6:3-Erfolg mit einem starken 11-Darter perfekt und zog in das Viertelfinale ein.
Dort wartete mit Andrew Gilding allerdings ein äußerst erfahrener Gegner. Springer hielt die Partie zunächst offen und ging zwischenzeitlich sogar erstmals in Führung, ehe mehrere vergebene Darts auf die Doppel-16 das Match kippen ließen. Gilding nutzte die Chancen konsequent und setzte sich schließlich mit 6:2 durch.
Im weiteren Turnierverlauf komplettierten Harry Ward, Luke Woodhouse, James Wade und Gilding das Halbfinal-Line-up von Leicester. Woodhouse zog durch einen souveränen 7:3-Erfolg über Nachrücker Ward ins Finale ein, während sich Gilding in einem umkämpften Decider gegen Wade behauptete und damit das Endspiel von Players Championship 18 erreichte.
Woodhouse feiert ersten Profi-Titel
Das Endspiel begann zunächst ganz nach dem Geschmack von Andrew Gilding. Der Goldfinger erwischte den deutlich besseren Start, checkte zunächst sachlich in 19 Darts zum 1:0 und baute seine Führung anschließend auf 2:0 aus. Wenig später schnappte sich Gilding auch das dritte Leg und schien das Finale früh unter Kontrolle zu haben.
Doch Luke Woodhouse kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Zunächst verkürzte Woody mit Treffern auf Tops und der Doppel-16, ehe er mit einem überragenden 11-Darter zum 3:3-Ausgleich explodierte. Zwar antwortete Gilding noch einmal mit starken Scores über 180 und 177 Punkten und ging erneut in Führung, doch Woodhouse blieb stabil und stellte auf der Doppel-18 wieder auf 4:4.
Die entscheidende Phase gehörte anschließend komplett dem späteren Sieger. Beim Stand von 4:4 vergab Gilding zwei Chancen auf Doppel – Woodhouse nutzte die Gelegenheit eiskalt und landete mit dem letzten Dart das Break zur 5:4-Führung. Anschließend bestätigte der Engländer das Break mit einem bärenstarken 11-Darter und zog auf 6:4 davon.
Von diesem Moment an war Woodhouse nicht mehr zu stoppen. Mit einem souveränen 25er-Checkout stellte Woody auf 7:4 und war plötzlich nur noch ein Leg von seinem großen Traum entfernt. Wenig später machte der Engländer seinen historischen Triumph perfekt: Mit einem starken 13-Darter checkte Woodhouse auf Tops zum 8:4-Endstand und gewann damit den ersten PDC-Titel seiner Profikarriere.