„Sonst könnten wir ihn womöglich nirgendwo mehr sehen“ – Chris Mason macht sich Sorgen um die Situation von Raymond van Barneveld

PDC
Mittwoch, 18 Februar 2026 um 6:00
Raymond van Barneveld (3)
Die jüngsten Entscheidungen von Raymond van Barneveld sorgen in der Dartswelt für Stirnrunzeln. Nach Ansicht des Ex-Profis und Experten Chris Mason kann das Auslassen wichtiger Qualifikationsturniere für Rankingevents erhebliche Folgen für die sportliche Zukunft des Niederländers haben.
In einem Gespräch mit Online Darts äußert Mason offen seine Zweifel an der Richtung, die Van Barneveld derzeit einschlägt, zumal sein Platz in der Weltrangliste unter Druck steht. Van Barneveld verzichtete jüngst auf ein Qualifikationsturnier für ein wichtiges Rankingevent, um andernorts Exhibitions zu spielen. Eine Entscheidung, die laut Mason schwer nachzuvollziehen ist, gerade angesichts der aktuellen Lage des fünffachen Weltmeisters.
„Möglicherweise hat er es mental ein Stück weit akzeptiert“, sagt Mason. „Aber es geht auch darum, was du mit deinem Vermächtnis machst. Du willst dich doch auf die richtige Art verabschieden. Der letzte Abschied war nicht wirklich ein Abschied.“
Dem 56-jährigen Engländer zufolge kommt der Zeitpunkt, an dem Van Barneveld wichtige Turniere auslässt, durchaus überraschend, weil er sportlich weiterhin Chancen hat, sich für große Events zu qualifizieren. „Ein Turnier dieser Größenordnung zu verpassen, während du gar nicht so weit von der Qualifikation für das World Matchplay entfernt bist … das ist bemerkenswert.“

Chancen liegen lassen

Laut Mason hätte sich Van Barneveld mit einer relativ kurzen Siegesserie bereits in eine bessere Ausgangsposition bringen können. „In manchen Fällen hätte er vielleicht nur drei Matches gewinnen müssen, je nach Auslosung. Letzte 64, letzte 32 … es ist doch bizarr, dass man das liegen lässt?“
Der Ex-Profi fragt offen, wie Van Barneveld sich in den kommenden Monaten noch für große Turniere qualifizieren will. Mit begrenzten Ranglisteneinnahmen und verpassten Qualifikationen wird dieser Weg zunehmend schwieriger.
„Er muss auf der ProTour Geld einspielen. Andernfalls könnten wir ihn womöglich nirgendwo mehr sehen. Kommt er über eine Euro Tour-Qualifikation? Nein. Als Host Nation Qualifikant? Nein, das geht nicht.“

Folgen für die Teilnahme an großen Turnieren

Mason zeichnet ein düsteres Szenario, falls der aktuelle Kurs beibehalten wird. Seiner Meinung nach ist die Teilnahme an mehreren großen Events alles andere als sicher. „Spielt er die Players Championship Finals? Im Moment würde man sagen: nein. Er ist auch nicht beim Grand Slam dabei. Aktuell nur die UK Open, und dort darf jeder antreten.“
Für einen Spieler mit dem Status und den Erfolgen von Van Barneveld ist das laut Mason eine bemerkenswerte Situation. „Wenn ich so viele WM-Titel gewonnen hätte wie er, würde ich nicht zu einer Exhibition fahren, wenn ein großes TV-Turnier im Kalender steht, für das ich mich noch qualifizieren kann.“

Loyalität gegenüber der PDC

Mason verweist auch auf mögliche Auswirkungen außerhalb des Rankingzirkus. Seiner Ansicht nach beobachtet die PDC genau, welche Entscheidungen Spieler treffen. „Erwarte dann nicht, dass die PDC dich zu einem World Series-Turnier einlädt. So funktioniert das. Es geht um Loyalität, um Geben und Nehmen. Beiß nicht in die Hand, die dich füttert.“
Obwohl Mason glaubt, dass Van Barneveld aufgrund seines Status für Organisatoren stets interessant bleibt, warnt er, dass das Auslassen von Qualifikationsmöglichkeiten nicht ohne Folgen bleibt. „Wenn du große Chancen auf eine Turnierqualifikation für eine Exhibition sausen lässt, glaube ich nicht, dass das bei Matt Porter gut ankommt.“
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