Vorschau Samstagnachmittag Darts WM 2026: Ricardo Pietreczko kämpft gegen Dave Chisnall um ein Drittrundenticket

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 20 Dezember 2025 um 11:07
Ricardo Pietreczko spielt sich mit beeindruckenden mentalen Leistung in die dritte Runde der Darts-WM 2026
Die erste Runde der WM Darts 2026 ist abgeschlossen – nun beginnt die entscheidende Phase des Turniers. Am heutigen Samstag stehen die ersten Partien der zweiten Runde auf dem Programm. Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick dabei besonders auf Ricardo Pietreczko, der zum Abschluss der Session gefordert ist.
Den Auftakt der zweiten Runde bestreiten „Heavy Metal“ Ryan Searle und der Nordire Brendan Dolan. Im Anschluss kommt es zu zwei Duellen mit besonderem Reiz: Andreas Harrysson trifft auf den farbenfrohen Motomu Sakai, der sich bei seinem WM-Debüt direkt zum Publikumsliebling entwickelt hat.
In der dritten Begegnung der Session steht Dirk van Duijvenbode als einer der verbliebenen Spieler aus den Niederlanden gegen James Hurrell am Board. Den Abschluss des Nachmittags bildet schließlich das aus deutscher Sicht wichtigste Match: Dave Chisnall gegen Ricardo Pietreczko.

Spielplan Darts WM 2026

Samstag, 20. Dezember

Nachmittagssession (ab 13:30 Uhr)
13:40 UhrRyan SearlevBrendan DolanR2
14:40 UhrAndreas HarryssonMotomu SakaiR2
15:40 UhrDirk van DuijvenbodeJames HurrellR2
16:40 UhrDave ChisnallvRicardo PietreczkoR2

Ryan Searle vs. Brendan Dolan

Die erste Partie der zweiten Runde bestreiten Ryan Searle und Brendan Dolan. Searle setzte sich in seinem Auftaktmatch souverän mit 3:0 gegen Chris Landman durch und ließ dabei kaum Zweifel aufkommen. Der Engländer präsentierte sich in starker Verfassung, spielte einen Average von über 93 Punkten und überzeugte mit einer Checkout-Quote von nahezu 50 Prozent. Das hohe Tempo kam „Heavy Metal“ dabei klar entgegen, da er gerne zügig spielt und in Landman einen Gegner hatte, der diesen Rhythmus zuließ. Gegen Dolan dürfte sich das Spieltempo allerdings spürbar verändern, denn der Nordire agiert deutlich bedachter.
Dolan wiederum gewann sein Erstrundenmatch gegen Tavis Dudeney mit 3:1, auch wenn der Weg in die zweite Runde etwas holpriger verlief. „The History Maker“ entschied den ersten Satz noch problemlos für sich, danach wurde die Partie deutlich umkämpfter. Im entscheidenden Leg des zweiten Satzes setzte Dolan jedoch ein Ausrufezeichen mit einem starken 170er-Finish zum 2:0 in den Sätzen. Dudeney konnte anschließend noch verkürzen, ließ in Satz vier jedoch zahlreiche Doppel liegen. Diese Schwäche nutzte Dolan aus und machte schließlich den Einzug in Runde zwei perfekt.

Andreas Harrysson vs. Motomu Sakai

Danach wartet eine Partie, auf die man sich besonders freuen darf. Der bärtige Schwede Andreas Harrysson trifft auf einen der neuen Publikumslieblinge im Alexandra Palace: Motomu Sakai. Harrysson sorgte bereits in der ersten Runde für eine der frühen Überraschungen dieser Weltmeisterschaft, als er den an Nummer 12 gesetzten Ross Smith mit 3:2 aus dem Turnier warf. Das Match entwickelte sich zu einem echten Krimi, in dem nahezu jeder Satz im Entscheidungsleg endete. „Dirty Harry“ behielt dabei die besseren Nerven, zeigte sich vor allem auf die Doppel extrem stabil und spielte einen Average von über 93 Punkten bei einer Checkout-Quote von 46 Prozent.
Und dann ist da sein Gegner: Motomu Sakai. Der farbenfrohe Japaner gewann mit seinem Walk-on sofort die Herzen des Publikums im Ally Pally. Tanzend peitschte er die Fans an, ein neuer Kultheld war geboren. Doch Sakai überzeugte nicht nur mit Show, sondern auch sportlich. Bereits im ersten Satz setzte er mit Finishes von 78 und 121 über das Bullseye Ausrufezeichen, in Satz zwei folgten Checkouts von 86 und 148. Am Ende bezwang er den Franzosen Thibault Tricole überraschend deutlich mit 3:0. Auf dem Papier geht Andreas Harrysson leicht favorisiert in dieses Duell, da er über mehr Erfahrung verfügt und offen bleibt, ob Sakai dieses Niveau erneut abrufen kann. Sicher ist jedoch: Lampenfieber kennt der Japaner nicht – und für Stimmung wird er am Nachmittag garantiert wieder sorgen.
Entwickelte sich im Ally Pally schnell zum Publikumsliebling: Motomu Sakai
Entwickelte sich im Ally Pally schnell zum Publikumsliebling: Motomu Sakai
Danach ist Zeit für den „Aubergenius“ Dirk van Duijvenbode, der in seiner Zweitrundenpartie auf James Hurrell trifft. Mit seiner Leistung im Auftaktmatch dürfte van Duijvenbode trotz des 3:2-Erfolgs über den Belgier Andy Baetens nicht vollständig zufrieden gewesen sein, auch wenn es positive Aspekte gab. Der Niederländer startete stark und gewann den ersten Satz souverän, ließ anschließend jedoch deutlich nach und geriet mit 1:2 in Rückstand. In Satz vier richtete er sich wieder auf, glänzte unter anderem mit Finishes von 106 und 109 und erzwang den entscheidenden fünften Satz. Dort zeigte van Duijvenbode dann seine Klasse: Er eröffnete mit einem 170er-Finish nach 12 Darts und machte das Match anschließend mit einem 102er-Checkout endgültig zu. Genau dieses Gefühl aus den letzten beiden Sätzen möchte er nun mit in die nächste Aufgabe nehmen.
Dort wartet mit James Hurrell ein Gegner, der van Duijvenbode normalerweise vor keine unlösbaren Probleme stellen sollte. Der Engländer gewann sein Erstrundenmatch mit 3:1 gegen den US-Amerikaner Stowe Buntz und spielte dabei einen Average von über 88 Punkten. Auf dem Papier spricht somit vieles für van Duijvenbode, doch entscheidend wird sein, welches Niveau er abruft. Findet er die Form aus den letzten beiden Sätzen gegen Baetens, sollte der Einzug in Runde drei machbar sein – fällt er jedoch wieder in die Phase aus Satz zwei und drei zurück, kann die Aufgabe durchaus knifflig werden.
Spielte in seiner Auftaktpartie einen bärenstarken letzten Satz: Dirk van Duijvenbode
Spielte in seiner Auftaktpartie einen bärenstarken letzten Satz: Dirk van Duijvenbode

Dave Chisnall vs. Ricardo Pietreczko

Zum Abschluss der Nachmittags-Session steht aus deutscher Sicht das wichtigste Duell auf dem Programm: Ricardo Pietreczko trifft auf Dave Chisnall. Der Engländer gewann sein Auftaktmatch souverän mit 3:0 gegen Fallon Sherrock, ohne dabei an sein Leistungslimit gehen zu müssen. „Chizzy“ spielte einen soliden Average von knapp unter 90 Punkten und überzeugte mit einer Checkout-Quote von über 47 Prozent – Werte, die für eine erste Runde absolut ausreichend waren. Wirklich gefordert wurde er dabei jedoch nicht, da „The Queen of the Palace“ ihm nur wenig Gegenwehr leisten konnte.
Pietreczko musste in seinem Erstrundenmatch deutlich mehr investieren. Der Deutsche setzte sich gegen den Portugiesen Jose de Sousa durch, hatte dabei aber einige knifflige Phasen zu überstehen. Im ersten Satz lag Pietreczko bereits mit 0:2 zurück, drehte diesen jedoch stark noch zum 3:2. Auch der zweite Satz ging erst im Entscheidungsleg an den Deutschen. De Sousa verkürzte anschließend zwar noch auf 1:2, doch Pietreczko antwortete mit einem überzeugenden vierten Satz und machte den Sieg perfekt. Die Statistiken des Deutschen lagen dabei auf einem ähnlichen Niveau wie die von Chisnall – ein Hinweis darauf, dass dieses Duell durchaus eng werden kann.
Entscheidend dürfte am Ende jedoch vor allem Dave Chisnall selbst sein. Der Engländer erlebt ein sehr wechselhaftes Jahr, weshalb vieles davon abhängt, in welcher Verfassung er die Bühne betritt. Findet „Chizzy“ zu seinem besten Spiel, dürfen sich die Fans auf ein hochklassiges und ausgeglichenes Match freuen. Kommt er hingegen von Beginn an nicht richtig ins Spiel, könnte die Partie schnell in Richtung Ricardo Pietreczko kippen – und damit zu einer einseitigen Angelegenheit aus deutscher Sicht werden.
Feierte gegen Jose de Sousa einen erfolgreichen Auftakt in die Darts WM 2026: Ricardo Pietreczko
Feierte gegen Jose de Sousa einen erfolgreichen Auftakt in die Darts WM 2026: Ricardo Pietreczko
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