„Wenn du dich daran störst und das Publikum merkt, dass es dir nicht gefällt, dann hast du ein Problem“ – Darts-Legende gibt Luke Littler klaren Rat nach Buhrufen
PDCDie Diskussion um Luke Littler hat nach einer turbulenten Woche in der Premier League Darts erneut an Fahrt aufgenommen. Der 19-jährige Weltmeister wurde beim Spieltag in Brighton vom Publikum feindselig empfangen und unterlag anschließend Stephen Bunting. Darts-Legende Keith Deller sieht darin jedoch nichts Ungewöhnliches – für ihn gehört eine solche Reaktion zur Geschichte des Sports.
Littler spielte mit einem Average von 83,94 Punkten seinen bislang niedrigsten Schnitt in einem TV-Match und wirkte dabei sichtbar von der Atmosphäre in der Halle beeinflusst. Bereits beim Walk-on wurde der Engländer ausgebuht. Mit einer Handbewegung ans Ohr reagierte er provokativ in Richtung Publikum – woraufhin die Pfiffe noch lauter wurden.
Vorgeschichte aus Manchester sorgt für zusätzliche Brisanz
Die angespannte Stimmung in Brighton entstand nicht ohne Vorgeschichte. Eine Woche zuvor war Littler in Manchester mit Gian van Veen aneinandergeraten. Auslöser war eine Jubel-Geste des Engländers, nachdem van Veen einen Matchdart verpasst hatte. Littler reagierte nach der Partie sichtbar verärgert auf die Situation und wurde für sein Auftreteten anschließend deutlich kritisiert.

Keith Deller krönte sich 1983 in einem legendären Endspiel gegen Eric Bristow zum Weltmeister
Darauf folgte ein öffentlicher Schlagabtausch in den sozialen Medien, in dem Littler auf die Kritik reagierte und auf seine sportlichen Erfolge verwies. In Brighton schien das Publikum diesen Vorfall nicht vergessen zu haben – die Reaktionen auf den Weltmeister fielen entsprechend deutlich aus.
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„Ausbuhen ist nichts Neues“
Für Keith Deller allerdings sind solche Szenen kein außergewöhnliches Ereignis. Der Weltmeister von 1983 erkennt klare Parallelen zu früheren Generationen von Topspielern. „Ich finde nicht, dass es so schlimm war“, erklärte er im Gespräch bei talkSPORT. „Früher hatten wir das auch. Eric Bristow wurde in Schottland ausgebuht, weil er Jocky Wilson ein paar Mal geschlagen hatte. Das gehört einfach dazu.“
Entscheidend sei aus seiner Sicht vielmehr der Umgang mit solchen Situationen. „Eric fand das großartig. Und so musst du es auch handhaben. Peter Manley war auch so einer. Der wurde manchmal ausgebuht und hat einfach darüber gelacht.“
Der Schlüssel liegt laut Deller in der mentalen Stärke der Spieler. Wer sich vom Publikum beeinflussen lasse, verschaffe den Zuschauern zusätzlichen Einfluss. „Ich denke, du musst es einfach weglachen. Wenn du dich daran störst und das Publikum merkt, dass es dir nicht gefällt, dann hast du ein Problem. Denn dann wissen sie, dass sie dich treffen können.“
Eifersucht als möglicher Faktor
Neben der sportlichen Rivalität sieht Deller noch einen weiteren möglichen Grund für die negativen Reaktionen gegenüber dem jungen Weltmeister: Neid auf seinen rasanten Aufstieg. „Ich denke, da ist immer ein bisschen Eifersucht dabei. Luke ist jetzt Multimillionär. Die Leute denken vielleicht: Schau ihn dir an.“
Gleichzeitig betont Deller, welchen Einfluss Littler bereits jetzt auf die Entwicklung des Sports hat. „Man darf nicht vergessen, wie viel er für Darts getan hat. Wie viele Jugendliche greifen jetzt zu den Pfeilen? Die Einschaltquoten schießen nach oben, die Hallen sind voll. Das liegt an Luke Littler.“
Trotz Kritik und zunehmendem Druck glaubt Deller nicht, dass Littler in naher Zukunft kürzertreten wird. Im Gegenteil: Er sieht enormes Potenzial für eine außergewöhnliche Karriere. „Er wird in diesem Sport noch viel zu viel Geld verdienen. Das wird nur weiter wachsen“, so Deller. „Vielleicht ist eher die Frage, wie lange er weitermacht. In fünf Jahren kann er 15 oder 20 Millionen wert sein. Bleibt der Hunger dann noch? Das weiß ich nicht. Aber ich hoffe es.“
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How Luke Littler reacts to being booed in Brighton! 🤷♂️ pic.twitter.com/DpokT4Xjqi
— Sky Sports Darts (@SkySportsDarts) April 9, 2026

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









