„Wenn du so auf dem Floor spielst, muss es irgendwann auch bei den Majors klappen“ – Wessel Nijman will nun auch bei TV-Turnieren glänzen
PDC
Wessel Nijman konnte es hinterher kaum verbergen. Die Erlösung, das Lächeln, der Blick purer Zufriedenheit – alles sprach Bände. Der Niederländer hatte soeben erneut einen Players-Championship-Titel gewonnen und damit seinen ersten Titel des Jahres 2026 gesichert. Und die Art und Weise hinterließ vielleicht noch mehr Eindruck als der Sieg selbst. Nijman blickte auch schon voraus und setzt sich ein großes Ziel: bei den Majors abliefern.
Nijman holte am Jahresende 2025 bereits zwei Titel bei Players Championship Turnieren, jetzt folgte einer zu Jahresbeginn. In Hildesheim unterstrich er mit seinem neuesten Triumph – einem 8:7-Sieg im Finale gegen Gerwyn Price – dass seine Entwicklung rasant voranschreitet. Und dass seine Ambitionen über Erfolge auf dem Floor hinausgehen.
Finale auf hohem Niveau
Das Endspiel gegen Price war eines von außergewöhnlicher Qualität. Price, der zuvor am Tag Michael van Gerwen in einer phänomenalen Partie mit 6:0 abgefertigt hatte, war in Topform. Diese Nachricht war Nijman nicht entgangen. „Während so eines Turniers lese ich immer kurz in den WhatsApp-Gruppen mit“, sagte er hinterher. „Ich sah, dass Gerwyn Michael in einem großartigen Match mit 6:0 geschlagen hatte. Dann weißt du, dass er top drauf ist.“
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Dennoch ging Nijman ohne Angst ins Finale. „Wenn du das Finale erreichst und jemand spielt so gut, bist du eigentlich schon froh, dass du da stehst. Aber ich bin vor allem sehr glücklich, dass ich ihm wirklich Paroli bieten konnte – und am Ende selbst gewonnen habe.“
Letzteres war alles andere als selbstverständlich. Beide Spieler agierten auf hohem Niveau. Während Nijman 102 Punkte im Average spielte, hatte Gerwyn Price am Ende über 107 Punkte im Average stehen.
Ein Schlüsselmoment kam in Leg elf. Price produzierte ein brillantes 121-Finish zum Break. Kurz schien das Momentum vollständig zum Waliser zu kippen. „Ich dachte vor allem: zum Glück hielt er danach sein eigenes Leg nicht“, blickte Nijman zurück. „Denn sonst wäre das Match wahrscheinlich weg gewesen." Im Decider gewann Wessel Nijman mit einem 12-Darter das Turnier.
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Mehr als nur Scoring-Power
Was diesen Turniersieg zusätzlich wertvoll macht, ist die Art, wie sich Nijman über den Tag präsentierte. Er dominierte, wo es möglich war, musste aber auch kämpfen, wo es nötig war. „An meinem eigenen Board wurde ich nicht wirklich bis aufs Äußerste gefordert“, sagte er ehrlich. „Aber in den Partien danach musste ich mein bestes Spiel zeigen. Und ich bin sehr froh, dass mir das gelungen ist.“
Wessel Nijman gewann Players Championship 2, indem er im Finale Gerwyn Price mit 8:7 besiegte
Ambitionen mit stetig wachsender Flughöhe
Der Sieg bedeutet nicht nur einen weiteren Titel, sondern auch den nächsten Schritt in der Weltrangliste. Und dafür hat Nijman einen klaren Plan. „Als ich meine PDC Tour Card holte, war das erste Ziel, sie zu behalten. Also in den Top 64 zu bleiben“, erklärte er. „Danach habe ich das Ziel auf die Top 32 angepasst. Inzwischen stehe ich in den Top 32, also setze ich es wieder neu: Top 16.“
Keine großen Sprüche, sondern jedes Mal ein konkretes Ziel formulieren – und es anschließend realisieren. „Ich denke, dass ich jetzt nah an den Top 24 stehe“, so Nijman. „Aber ich will noch viel besser werden. Ich will in die Top 16 und ich will mich in den großen Matches verbessern.“
Letzteres ist vielsagend. Denn obwohl er auf dem Floor immer konstanter spielt, wartet der große Durchbruch auf der TV-Bühne noch.
Der Durchbruch auf der großen Bühne ist nur eine Frage der Zeit
Die naheliegende Frage lautet: Wann sehen wir diese Form auf den großen TV-Turnieren? Nijman selbst macht sich darüber bemerkenswert wenig Gedanken. „Ich habe es auch schon dem niederländischen Fernsehen gesagt: Wenn du so auf dem Floor spielst, muss es irgendwann auch bei den Majors klappen Ich habe keine Angst, dass es dort nicht klappt. Es ist einfach eine Frage der Zeit.“
Die Players Championship Turniere werden nächste Woche in Wigan fortgesetzt, am Montag und Dienstag stehen dann Turnier drei und vier auf dem Programm.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











