Luke Littler hat erneut unterstrichen, warum er derzeit eines der größten Aushängeschilder des Dartsports ist. Während der US Darts Masters im ikonischen Madison Square Garden stand der neunzehnjährige Engländer nicht nur wegen seiner Leistungen auf der Bühne im Fokus, sondern auch aufgrund seiner starken Verbindung zum englischen Fußball. Der amtierende Weltmeister sprach offen über seinen Besuch bei der Auswahl von Bundestrainer Thomas Tuchel, seine Liebe zu Manchester United, die wachsende Popularität von Darts in den Vereinigten Staaten und den Druck, der mit der Nummer eins der Welt einhergeht.
Obwohl Littler den Hauptpreis in New York erneut nicht holen konnte, blickt er mit großer Freude auf das Turnier zurück. Nach Ansicht des jungen Engländers war die Atmosphäre im Madison Square Garden besser denn je. Die Ränge waren an beiden Tagen restlos ausverkauft und wurden von Anhängern aus aller Herren Länder gefüllt. Vor allem die starke Präsenz englischer Fans, die ihren Besuch bei den US Darts Masters mit der Fußball-WM in den Vereinigten Staaten kombinierten, sorgte laut Littler für eine besondere Atmosphäre.
„Es fühlte sich fast an wie ein Heimspiel“
„Es fühlte sich fast an wie ein Heimspiel“, berichtet er. „Es waren nicht nur viele englische Unterstützer da, sondern auch Fans aus Schottland, den Niederlanden, Norwegen, Kanada und natürlich den Vereinigten Staaten. Genau das braucht Darts. Man sieht, dass der Sport hier jedes Jahr populärer wird, und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, im nächsten Jahr zurückzukehren.“
Viel Zeit, New York wirklich zu entdecken, hatte Littler jedoch nicht. Seine Tage waren größtenteils mit Medienterminen und Matches gefüllt. Dennoch genießt er seine Besuche in den Vereinigten Staaten stets. Besonders das umfangreiche Angebot an Essen und Trinken sagt ihm zu, auch wenn seiner Meinung nach oft wenig Zeit bleibt, die Stadt wirklich zu erkunden.
WM-Spiel besucht
Einer der Höhepunkte seines Aufenthalts war der Besuch im MetLife Stadium, wo er England bei der Fußball-WM gegen Panama in Aktion sah. Der Sieg der Three Lions beeindruckte, doch vor allem die Stimmung unter den tausenden mitgereisten englischen Anhängern blieb ihm im Gedächtnis.
„Auf den Tribünen war es nass, aber das spielte eigentlich keine Rolle“, sagte Littler. „Alle waren da, um das Team zu unterstützen. Als England traf, sang das ganze Stadion mit. Solche Momente vergisst man nicht so schnell.“
Seine Verbindung zur englischen Nationalmannschaft ist in den vergangenen Monaten nur noch enger geworden. Auf Einladung von Bundestrainer Thomas Tuchel besuchte Littler Anfang dieses Jahres das Trainingslager der Nationalelf, um eine Darts-Session zu organisieren. Dabei hinterließ er bei den Nationalspielern sofort Eindruck.
Bei einer Übung, bei der die Spieler in Teams rund ums Dartboard werfen mussten, zeigte Littler, warum er zur absoluten Weltspitze gehört. Er arbeitete das komplette Board in kaum einem Dutzend Darts ab, was bei den Nationalspielern für großes Erstaunen sorgte.
Luke Littler gewann kürzlich zusammen mit Luke Humphries den World Cup of Darts
Dennoch gab es auch Fußballer, die ihn positiv überraschten. Vor allem Phil Foden erwies sich als bemerkenswert talentiert am Board. Laut Littler warf der Mittelfeldspieler sogar eine 180, kurz bevor er ankam. Auch Aaron Ramsdale und John Stones zeigten sich ehrgeizig. Während der Rest der Auswahl essen ging, blieben sie lieber am Dartboard und trainierten weiter.
„Sie wollten eigentlich nicht aufhören“, lachte Littler. „Erst als das Essen fertig war, setzten wir uns kurz an den Tisch. Danach standen wir einfach wieder am Board.“
Für Littler war es ein besonderes Erlebnis, mit Spielern zusammenzukommen, die normalerweise die Stars des englischen Fußballs sind. Gleichzeitig waren die Rollen an diesem Tag genau umgekehrt, und er war derjenige, der seine Fähigkeiten demonstrierte. Der junge Darter genoss diese einzigartige Situation sichtbar.
Trotz seiner enormen Popularität bleibt Fußball eine seiner größten Leidenschaften. Littler ist seit seinem ganzen Leben Anhänger von Manchester United und verfolgt den Klub weiterhin genau. Sein großes Idol bleibt Cristiano Ronaldo, den er ohne Zögern über Lionel Messi stellt. „Was Ronaldo für den Fußball geleistet hat, ist unglaublich. Für mich bleibt er der Beste.“
Auch in den sozialen Medien äußert sich Littler regelmäßig zu den Transferplänen von Manchester United. Er verfolgt den internationalen Fußball genau und hat klare Vorstellungen, welche Spieler den Kader verstärken sollten. Seiner Meinung nach braucht der Klub zusätzliche Qualität im Mittelfeld, und er sieht mehrere junge Talente, die perfekt in die Mannschaft passen würden.
Seine Liebe zu Manchester United bescherte ihm zudem bereits einige unvergessliche Momente. So durfte er nach seinem WM-Titel die Meisterschaftstrophäe den Fans in Old Trafford präsentieren, eine Erfahrung, die er als wahr gewordenen Traum beschreibt.
Trotz all der Aufmerksamkeit, die er mittlerweile erhält, versucht Littler, sich von seinem Status als globaler Topspieler nicht verrückt machen zu lassen. Seit seinem Durchbruch bei der Darts-WM hat sich sein Leben komplett verändert. Galt er anfangs bei Turnieren als große Überraschung, zählt er inzwischen fast überall zu den Favoriten.
Laut Littler ändert das seine eigene Herangehensweise kaum. Er versucht vor allem, weiterhin Freude an dem Spiel zu haben, das er seit seiner Jugend spielt. Ihm ist bewusst, dass die Erwartungen enorm sind, doch nach eigener Aussage lässt er sich davon nicht leiten. „Du kannst nicht jedes Turnier gewinnen. Darts bleibt eine Sportart, in der alles passieren kann.“
Er vergleicht den Druck, mit dem er konfrontiert ist, regelmäßig mit dem von jungen Fußballstars wie Lamine Yamal und Jude Bellingham. Wie sie hört auch Littler ständig, dass er Titel holen und Rekorde brechen müsse. Dennoch sieht er das vor allem als Kompliment.
Auf der Bühne zeigt Littler häufig seine Emotionen nach einem wichtigen Finish oder einer entscheidenden 180. Das ist seiner Ansicht nach kein einstudiertes Verhalten, sondern entsteht von selbst. Zuvor erhielt er dazu sogar Rat von Wayne Rooney, der ihm sagte, dass ein wenig Bravour bisweilen notwendig ist, um auf höchstem Niveau zu performen. „Wenn du ein großartiges Finish wirfst oder ein wichtiges Match gewinnst, darfst du das ruhig zeigen. Das gehört auch dazu.“
Neben seinen individuellen Erfolgen erlebte Littler kürzlich auch mit dem englischen Darts-Kollektiv einen Höhepunkt, indem er gemeinsam mit Luke Humphries die World Cup of Darts gewann. Diese Leistung sorgt dafür, dass er mit zusätzlichem Selbstvertrauen auf die Auftritte der englischen Fußballer blickt.
Littler zufolge verfügt England über genügend Qualität, um einen Angriff auf den Weltmeistertitel zu starten. Vor allem Jude Bellingham beeindruckt ihn stark. Der Mittelfeldspieler glänzt dem Darter zufolge nicht nur mit seiner Technik, sondern auch mit seiner Unerschütterlichkeit und Arbeitsrate. „Jude ist jemand, der neunzig Minuten lang nachsetzt. Solche Spieler brauchst du, wenn du Titel gewinnen willst.“
Obwohl Frankreich laut Littler einer der größten Konkurrenten bleibt, glaubt er, dass England ernsthaft Chancen hat, das Turnier zu gewinnen. Dabei verweist er mit einem Augenzwinkern auf den Erfolg des englischen Dartsteams. „Luke Humphries und ich haben unseren Teil erledigt, indem wir die World Cup of Darts nach England geholt haben. Jetzt sind die Fußballer dran. Wenn wir es können, warum sie nicht?“
Diese entspannte, zugleich ambitionierte Haltung scheint präzise zu erklären, warum Littler mit neunzehn Jahren schon so viel erreicht hat. Trotz aller Rekorde, Weltmeistertitel und Millionenpublika bleibt er vor allem der junge Sportfan, der ein gutes Fußballduell, eine engagierte Darts-Session mit Topspielern und die einzigartigen Chancen genießt, die ihm seine Blitzkarriere eröffnet. Das macht Luke Littler nicht nur zu einem außergewöhnlichen Dartstalent, sondern auch zu einer der prägnantesten Sportpersönlichkeiten seiner Generation.
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.