29 Abgänge, 21 Debütanten: Das ist die Tour-Card-Bilanz für die Saison 2026

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 27 Januar 2026 um 12:30
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Mit dem ersten Ranglistenturnier der Saison 2026, das in dieser Woche in Milton Keynes beginnt, hat Statistik-Experte Richard Ashdown einen tiefen Blick in die Zahlen geworfen. Wer verschwindet von der PDC-Bühne, wer kehrt zurück und welche neuen Namen messen sich in den kommenden zwölf Monaten mit der Weltspitze?
Seit der Einführung des Tour-Card-Systems durch die PDC im Jahr 2011 haben insgesamt 465 verschiedene Spieler einen Platz unter den jährlich 128 Tour-Card-Inhabern eingenommen. Auf dem Weg in die Saison 2026 verabschieden sich 29 Akteure vom Profi-Circuit, acht ehemalige Tour-Card-Inhaber kehren zurück und 21 Debütanten betreten erstmals die große Bühne der PDC.

Tour-Card-Verluste

Von den 29 Spielern, die ihre Tour Card nach der Saison 2025 verloren haben, versuchten 23 den direkten Weg zurück über die Q School. Prominente Namen, die 2026 nach dem Abrutschen aus den Top-64 auf dem Circuit fehlen, sind Jose de Sousa, der seit 2019 ununterbrochen eine Tour Card hielt, Matt Campbell sowie Jim Williams, der seit 2022 über die Challenge Tour qualifiziert war. Auch Dylan Slevin, noch Q-School-Qualifikant des Jahres 2023, ist nicht mehr dabei.
Einer der größten Namen, der 2026 nicht auf die Tour zurückkehren wird: Jose de Sousa
Einer der größten Namen, der 2026 nicht auf die Tour zurückkehren wird: Jose de Sousa
Jelle Klaasen, der in 13 der vergangenen 15 Spielzeiten eine Tour Card besaß (2011–2021 sowie 2024/2025), verpasste die erneute Qualifikation über die European Q-School in Kalkar. In Milton Keynes scheiterte Adam Hunt beim Versuch, sich eine neue Tour Card zu sichern, während George Killington zum vierten Mal erfolglos blieb.
Steve Lennon sah seine Hoffnung auf eine zehnte aufeinanderfolgende PDC-Saison am letzten Tag schwinden, als er hauchdünn am Legverhältnis scheiterte. Auch William Borland, Brett Claydon, Matthew Dennant, Nathan Rafferty und Radek Szaganski konnten sich nicht zum dritten Mal in ihrer Karriere eine Tour Card sichern.
Nach fünf Jahren auf der Pro Tour entschied sich Florian Hempel, in der First Stage der Q-School nur an einem Tag anzutreten und vergab damit bewusst seine Qualifikationschance. Berry van Peer, dreifacher Tour-Card-Inhaber seit 2016, sowie Jules van Dongen, der seit 2022 auf der Tour war, verzichteten komplett auf eine Teilnahme an der Q-School.
Für neun Spieler, die 2024/2025 erstmals im Profi-Bereich aktiv waren, blieb der erneute Erfolg aus. Andy Baetens, Darren Beveridge, Martijn Dragt, Patrick Geeraerts, Robert Grundy, Danny Lauby, Benjamin Reus, Michele Turetta und Jitse van der Wal gingen leer aus.
Auch Haupai Puha, Joshua Richardson und Tim Wolters entschieden sich nach ihrem Q-School-Erfolg 2024 in diesem Jahr gegen eine erneute Teilnahme. Dom Taylor konnte aufgrund einer laufenden DRA-Sperre nicht antreten.

Konstanz in Person

Zwölf Spieler starten 2026 in ihre sechzehnte aufeinanderfolgende PDC-Saison. Neun von ihnen gehören seit Einführung des Tour-Card-Systems ununterbrochen zu den Top-64 und mussten nie den Umweg über die Q School gehen: Gary Anderson, Joe Cullen, Brendan Dolan, Michael van Gerwen, Michael Smith, Mensur Suljovic, James Wade, Ian White und Peter Wright.
Dave Chisnall sicherte sich seine Tour Card erstmals 2011 über die allererste Q-School und hält sie seither. Mickey Mansell konnte seine Serie nur durch erneute Qualifikationen in den Jahren 2017 und 2022 aufrechterhalten. William O’Connor ist ebenfalls durchgängig vertreten, kehrte allerdings 2014 und 2015 jeweils direkt über die Q-School zurück.
Raymond van Barneveld kommt auf 15 von 16 möglichen Spielzeiten, einzig 2020 fehlt nach seinem zwischenzeitlichen Rücktritt. Kim Huybrechts und Ross Smith beginnen beide ihre fünfzehnte Saison in Folge auf der Pro Tour.
Die Q-School erwies sich für viele Spieler als Sprungbrett zu einer langfristigen Karriere, darunter Ricky Evans und Daryl Gurney seit 2013, Gerwyn Price seit 2014 sowie Jonny Clayton, Chris Dobey und Jermaine Wattimena seit 2015.
Andrew Gilding startet 2026 in seine dreizehnte Saison innerhalb von 15 Jahren, während Stephen Bunting ebenfalls in sein dreizehntes Pro Tour-Jahr geht, seit er sich 2014 erstmals eine Tour Card erspielte.

One Year Wonders

Das große Ziel jedes Tour-Card-Inhabers bleibt der Verbleib in den Top-64 nach zwei Jahren. Vier Spieler aus dem Q-School-Jahrgang 2024 haben dieses Ziel erreicht: James Hurrell (48), Thibault Tricole (61), Lukas Wenig (62) und Mario Vandenbogaerde (64).
Noch beeindruckender ist der direkte Durchmarsch im Debütjahr, wie ihn Justin Hood mit Rang 50 schaffte. Er reiht sich damit in eine Liste ein, zu der unter anderem Nathan Aspinall, Danny Noppert, Dirk van Duijvenbode, Damon Heta, Josh Rock, Gian van Veen und Jeffrey de Graaf gehören.
Auch Niko Springer, der sich seine Tour Card über die Development Tour erspielte, schaffte mit Platz 54 in nur einer Saison den Sprung in die Top 64. Zuvor gelang dieses Kunststück unter anderem Dimitri Van den Bergh, Luke Humphries und Rob Cross.

Q-School-Comebacks

Von den 26 Spielern, die nach der Saison 2025 sofort über die Q-School zurückkehren wollten, hatten lediglich drei Erfolg. Rhys Griffin war am schnellsten und holte sich mit einem Tagessieg am ersten Spieltag in Milton Keynes direkt die das goldene Ticket. Chris Landman qualifizierte sich über die europäische Rangliste, während Stephen Burton zum dritten Mal den Weg über die Q-School fand.
Unter den 76 ehemaligen Tour-Card-Inhabern im Teilnehmerfeld waren auch bekannte Namen. Steve Beaton stand kurz vor der Rückkehr, verpasste die Qualifikation jedoch knapp. Mervyn King hingegen erlebte einen starken Schlusstag und kehrt 2026 mit fast 60 Jahren als ältester Tour-Card-Inhaber auf die Pro Tour zurück.
In Kalkar sorgte Cristo Reyes nach fast sechsjähriger Abstinenz für ein Wiedersehen auf der Tour. Auch Jeffrey Sparidaans, Jeffrey de Zwaan zum vierten Mal, Jurjen van der Velde und Adam Gawlas qualifizierten sich erneut.

Challenge & Development Tour

Über die Challenge Tour sicherten sich Stefan Bellmont und Darius Labanauskas eine Tour Card. Bellmont schrieb dabei Geschichte als erster Schweizer Tour-Card-Inhaber überhaupt. Auf der Development Tour belegte Beau Greaves Rang zwei und wurde damit zur vierten Frau, die jemals eine PDC Tour Card gewann.
Auch Owen Bates erspielte sich erneut eine Tour Card, während Sebastian Białecki hofft, seinen starken Start nun im zweiten Jahr auf der Pro Tour zu bestätigen.
Insgesamt umfasst das Feld 2026 genau 128 Tour-Card-Inhaber aus 22 Nationen. Slowenien ist dank Benjamin Pratnemer erstmals vertreten, während Deutschland mit 15 Spielern einen neuen Rekord aufstellt. Der jüngste Teilnehmer ist Yorick Hofkens mit 18 Jahren – und damit fünf Monate jünger als Luke Littler.
Startet im Jahr 2026 erstmals auf der Pro Tour: Beau Greaves
Startet im Jahr 2026 erstmals auf der Pro Tour: Beau Greaves

Endbilanz Tour Cards 2026

  • 128 Tour-Card-Inhaber insgesamt
  • 64 aus dem Vereinigten Königreich/Irland (43 aus England, 7 aus Schottland, 6 aus Wales, 4 aus Nordirland und 3 aus Irland)
  • 47 aus Westeuropa (22 aus den Niederlanden, 15 aus Deutschland, 5 aus Belgien, 2 aus Österreich, einer aus Spanien, Frankreich und der Schweiz)
  • 8 aus Osteuropa (4 aus Polen, 2 aus Tschechien,  einer aus Kroatien und der Schweiz)
  • 6 aus Nord- & Baltikum-Europa (3 aus Schweden, einer aus Lettland, Litauen und Norwegen)
  • 3 aus dem Rest der Welt (2 aus Australien und einer aus Kanada)
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