Die
Austrian Darts Open zählen zu den stimmungsvollsten Events der European Tour. Gerade in Österreich sorgt das Publikum regelmäßig für eine besondere Atmosphäre. Doch das Turnier kämpft seit Jahren mit einem strukturellen Problem: der Anreise für Spieler aus Großbritannien.
Die Flugverbindungen sind kompliziert und selten direkt. Das führt immer wieder dazu, dass Topstars auf einen Start verzichten. Viele Profis nehmen den zusätzlichen Reiseaufwand nicht in Kauf und verzichten auf die Chance auf die begehrte Steierjacke.
Titelverteidiger ist der Deutsche
Martin Schindler. Er gewann im vergangenen Jahr das Finale mit 8:4 gegen Ross Smith. Doch schon 2025 litt das Turnier massiv unter Absagen.
Mit
Luke Littler,
Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gary Anderson, Rob Cross und Michael Smith sagten gleich mehrere Topspieler frühzeitig ab. Kurz vor Turnierbeginn folgten weitere Rückzüge, unter anderem von James Wade, Cameron Menzies, Gerwyn Price und Dimitri Van den Bergh. Insgesamt fehlten damit über 20 Prozent des ursprünglichen Teilnehmerfeldes.
Auch 2026 hat sich die Situation kaum verbessert. Spieler aus England müssen weiterhin umständlich anreisen. Der Flughafen Graz bietet keine Direktverbindungen nach Großbritannien. Alternativ landen viele Profis in Wien, Klagenfurt oder Ljubljana. Von dort folgt eine mehrstündige Autofahrt.
Entsprechend verzichten erneut mehrere Topspieler auf einen Start vom 8. bis 10. Mai. So fehlen in diesem Jahr Luke Littler, Luke Humphries,
Stephen Bunting, Gary Anderson und Nathan Aspinall.
Gerade Spieler, die nicht zwingend auf das Preisgeld angewiesen sind, meiden diesen zusätzlichen Aufwand. Hinzu kommt der enge Terminplan. Das Finale der Premier League rückt näher, sodass viele Profis ihre Belastung steuern.
Martin Schindler mit der Steierjacke und seinem 4. PDC-Titel
Von den Absagen profitieren zahlreiche Nachrücker. Die niederländische Legende
Raymond van Barneveld steht dadurch im Teilnehmerfeld. Auch der Deutsche Ricardo Pietreczko ist ohne Qualifikation dabei.
Gleiches gilt für
Mike De Decker, Peter Wright und Kevin Doets.
Besonders profitiert De Decker. Der Belgier rückt nicht nur ins Feld, sondern startet direkt in der zweiten Runde. Auch Jermaine Wattimena erhält diese Chance.
Wer die Lücken der Topstars am besten nutzt, bleibt abzuwarten. Vielleicht gelingt erneut eine Überraschung – wie im Vorjahr durch Schindler.