„Das Viertelfinale hätte ich definitiv gewinnen müssen“ – Gabriel Clemens hadert nach Players Championship 22

PDC
Dienstag, 23 Juni 2026 um 18:00
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Gabriel Clemens hat bei Players Championship 22 in Wigan ein starkes Ergebnis eingefahren. Der Saarländer erreichte das Viertelfinale und sammelte wichtige Preisgelder im Rennen um die Qualifikation für die Darts WM. Vollkommen zufrieden zeigte sich der „German Giant“ im Nachgang jedoch nicht.
Im Podcast „Darts auf die 1“ sprach Clemens mit Robert Marijanovic und Marcel Althaus über seinen Turnierlauf. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Deutsche vor allem auf die verpasste Chance im Viertelfinale zurückblickt.
„Ja, war okay, aber das Viertelfinale hätte ich definitiv gewinnen müssen“, erklärte Clemens offen.

Clemens ärgert sich über verpasste Chance

Besonders schmerzhaft war die Niederlage gegen Tom Bissell, weil das Match zunächst klar in Richtung des Deutschen zu laufen schien. Bissell fand nur schwer in die Partie und hatte zu Beginn große Probleme, seinen Rhythmus zu finden.
Clemens lag zwischenzeitlich mit 4:1 in Führung und hatte die Begegnung weitgehend unter Kontrolle. Doch anschließend kippte das Spiel zunehmend.
Ein entscheidender Moment war aus seiner Sicht ein Bouncer in einer wichtigen Phase der Partie. „Dann habe ich noch einen Bouncer, den man gar nicht gebrauchen kann“, erinnerte sich Clemens. Statt einer möglichen 140er-Aufnahme verlor er den Rhythmus und ließ sich von der Situation zu sehr beeinflussen.
„Da habe ich mich über den so aufgeregt, dass ich das Leg auch deswegen verloren habe“, gab der Deutsche selbstkritisch zu.
Besonders bitter war für Clemens, dass er am Ende mehrere Chancen ungenutzt ließ und Bissell immer stärker wurde. Der Engländer nutzte seine Möglichkeiten konsequent und überzeugte vor allem auf die Doppel.

Lob für Bissell trotz Niederlage

Trotz der Enttäuschung fand Clemens auch lobende Worte für seinen Gegner. Bissell habe seine Qualität im weiteren Verlauf des Matches eindrucksvoll gezeigt.
„Die Doppel hat er ganz gut getroffen“, sagte Clemens. Mehrfach checkte der Engländer mit dem letzten Dart in der Hand und blieb in den entscheidenden Momenten ruhig.
Für den Deutschen kam die Leistung seines Gegners letztlich auch nicht überraschend. Bissell hatte bereits zuvor einen starken Turniertag gespielt und unter anderem Johnny Clayton aus dem Wettbewerb geworfen. „Der kann ja schon spielen“, stellte Clemens schmunzelnd klar.
Auch die Podcast-Moderatoren verwiesen darauf, dass Bissell in dieser Saison bereits mehrfach tief in Turnieren vorgedrungen ist und in der Pro Tour Order of Merit weit vorne steht. Umso mehr blieb bei Clemens das Gefühl, dass er eine große Chance liegen gelassen hatte.
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Gabriel Clemens steuert auf seine 9. Darts WM in Folge zu

„Da war ein Halbfinale locker drin“

Genau deshalb fiel das Gesamtfazit des Deutschen etwas zwiespältig aus. Einerseits stand mit dem Viertelfinale ein starkes Ergebnis zu Buche. Andererseits blickte Clemens auf einen Turnierverlauf zurück, der aus seiner Sicht sogar noch mehr hätte hergeben können.
„Das Turnier war wirklich gut. Vor allem das Spiel gegen Micky Mansell war ein sehr gutes Spiel von mir“, erklärte der Saarländer. In besagtem 6-1 Sieg gegen den Iren spielte er einen Average von über 102 Punkten.
Gerade deshalb überwog im Nachhinein ein wenig der Ärger über die verpasste Gelegenheit. „Da war ja echt ein Halbfinale locker drin, vielleicht sogar ein Finale“, sagte Clemens.
Gleichzeitig machte der Deutsche deutlich, dass man auf der Pro Tour nie langfristig planen könne. Oft entscheide sich ein Turnier bereits im ersten Match des Tages.
„Wichtig ist immer, das erste Spiel zu gewinnen. Danach ist die Anspannung eigentlich weg und dann geht es relativ gut“, erklärte er. Danach komme es häufig auf Kleinigkeiten und die Tagesform in den jeweiligen 20 Minuten eines Matches an.

Diskussion PDC Boards

Im Podcast wurde außerdem über die aktuellen Boards der PDC gesprochen. Bereits vor dem Turnier hatten mehrere deutsche Spieler beim Einwerfen viele Bouncer erlebt.
Clemens berichtete, dass er vor dem Turnier gemeinsam mit Martin Schindler, Marvin Kraft und Lukas Wenig Cricket gespielt habe. Dabei seien ungewöhnlich viele Darts aus dem Board gefallen. „Also da haben bestimmt von zehn Würfen aufs Bullseye acht auf dem Boden gelegen“, sagte der Saarländer und unterstrich damit die Diskussion um die Qualität der Boards.
Nachdem sich Gary Anderson bereits beim World Cup of Darts öffentlich über die Qualität der Boards beschwert hatte, sorgte auch Martin Schindler für Aufsehen. Nach seinem Ausscheiden veröffentlichte der Deutsche ein Bild in den sozialen Medien, das zeigt, wie ein PDC-Board in seiner Mülltonne landet.

WM-Qualifikation rückt immer näher

Neben dem starken Ergebnis in Leicester dürfte für Clemens vor allem die Entwicklung im Rennen um die Darts WM erfreulich sein. Robert Marijanovic, selbst dreimaliger Teilnehmer bei der Darts WM im Ally Pally ist sich sicher, dass für die Qualifikation über die Pro Tour in diesem Jahr vermutlich rund 30.000 bis 32.000 Pfund benötigt werden.
Jahr Erreichte RundeAusgeschieden gegen:
20192. Runde John Henderson (2-3)
20201. Runde Benito van de Pas (2-3)
2021AchtelfinaleKrzysztof Ratajski (3-4)
20223. RundeJonny Clayton (0-4)
2023HalbfinaleMichael Smith (2-6)
20243. RundeDave Chisnall (1-4)
20252. Runde Rob Owen (1-3)
20263. RundeLuke Humphries (2-4)
Gabriel Clemens hat nach 2/3 der Pro Tour Saison 30.000 Pfund über die Pro Tour eingespielt, der Cut-off liegt aktuell bei 20.000 Pfund. Während zahlreiche Spieler in den kommenden Monaten noch um jeden Pfund kämpfen müssen, scheint die Teilnahme an der Darts WM für den Deutschen nur noch Formsache zu sein.
Der Saarländer selbst wollte sich darauf jedoch nicht ausruhen. Noch stehen mehrere Turniere auf dem Programm und Clemens sieht sich weiterhin in der Lage, deutlich größere Ergebnisse einzufahren.
Die Leistung bei Players Championship 22 lieferte dafür jedenfalls einige Hinweise. Auch wenn am Ende die Enttäuschung über das verlorene Viertelfinale überwog, zeigte der Turnierlauf, dass der „German Giant“ weiterhin das Niveau besitzt, um auf der Pro Tour regelmäßig um die späten Turnierphasen mitzuspielen.
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