„Du nimmst lieber Gian van Veen als einen Luke“ – Wessel Nijman verhindert vorerst World-Matchplay-Achtelfinale gegen Littler oder Humphries

PDC
Dienstag, 23 Juni 2026 um 15:30
Wessel Nijman
Wessel Nijman beeindruckt weiterhin auf der PDC Tour im Jahr 2026. Der Niederländer sicherte sich am vergangenen Wochenende in der Slowakei seinen zweiten Euro-Tour-Titel und machte damit erneut einen großen Sprung in der Weltrangliste. Dank der Siegprämie von £35.000 kletterte Nijman von Rang sechzehn auf vierzehn in der PDC Order of Merit, eine Entwicklung, die mit Blick auf das World Matchplay von großer Bedeutung sein kann.
Mit noch zwei Players Championship-Turnieren, bevor die Setzliste für das prestigeträchtige Turnier in Blackpool, das von manchen auch als Sommer-WM bezeichnet wird, endgültig feststeht, hat sich Nijman eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Eine höhere Platzierung bedeutet schließlich eine günstigere Auslosung und möglicherweise das Vermeiden einiger der größten Namen im Teilnehmerfeld.
Der 25-jährige Nordholländer schrieb bereits früher in diesem Jahr Geschichte, als er als vierter Niederländer überhaupt ein Euro-Tour-Turnier gewann. Damit reihte er sich in einen ausgewählten Kreis mit Michael van Gerwen, Raymond van Barneveld und Vincent van der Voort ein. Dass er wenige Monate später direkt einen zweiten Euro-Tour-Titel nachlegte, unterstreicht die stürmische Entwicklung, die er derzeit nimmt.
In dem Podcast Darts Draait Door verwies Vincent van der Voort auf die Bedeutung von Nijmans neuer Position in der Weltrangliste. „Er macht richtig gute Schritte in Richtung World Matchplay, denn du willst dort nicht als Fünfzehnter oder Sechzehnter hin. Dann bekommst du in der zweiten Runde Luke Littler oder Luke Humphries, und das willst du wirklich nicht. Jetzt würde er mit seinem vierzehnten Platz auf Gian van Veen treffen, und der ist nicht in Form. Das ist also eine sehr günstige Einstiegssituation für ihn. Du nimmst lieber Van Veen als einen Luke. Oft, wenn du so gut spielst, fallen dir solche Dinge auch eher zu.“

Was ist für Nijman noch möglich?

Laut Van der Voort wäre ein mögliches Duell zwischen Nijman und Van Veen derzeit vor allem für Letzteren kein attraktiver Ausblick. „Darauf wartet er jetzt nicht, denke ich, auch wenn er eine gute Bilanz gegen ihn hat. Ich glaube auch, dass Van Veen gerade anderes im Kopf hat.“
Die Leistungen von Nijman schlagen sich derweil auch in den Erwartungen für den Rest der Saison nieder. Der Niederländer steht virtuell bereits nahe an einem Platz in den Top Ten der Welt in Richtung Darts WM zum Jahresende. Hinzu kommt, dass er bei den großen TV-Turnieren kaum Preisgeld zu verteidigen hat, wodurch weitere Anstiege in der Rangliste durchaus möglich sind. „Bei ihm kann es plötzlich schnell gehen“, prognostizierten Moderator Damian Vlottes und Van der Voort im Podcast.
Van der Voort sieht sogar noch größere Perspektiven, falls Nijman seine aktuelle Entwicklung fortsetzen kann. „Auf jeden Fall, und dann denkt man schon wieder weiter. An die Premier League Darts und die World Series, dass er dafür eingeladen wird. Dann gerätst du in eine ganz andere Position. Dann ändert sich dein Status, man schaut auch anders auf dich, dann wird wieder alles anders. Und dann müssen wir abwarten, wie er damit umgeht.“
Dass Nijman aktuell herausragende Zahlen liefert, zeigt sich auch an der Anzahl der Titel, die er in dieser Saison bereits gesammelt hat. Vergleiche mit einigen der größten Namen der Dartsgeschichte sind daher nicht länger weit hergeholt.
„Schau mal, wer sonst noch acht Turniere in einem halben Jahr gewonnen hat. Das sind nicht viele, die das von sich behaupten können. Ich weiß auch, dass Littler nicht auf der Pro Tour spielt und auch bei den Euro Tours nicht dabei war, die Nijman gewonnen hat. Aber es gibt immer noch sehr viele andere starke Spieler, die er schlägt. Er macht da schon etwas Besonderes.“
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