
Michael van Gerwen bewies am Freitagabend einmal mehr, warum er nach wie vor zur absoluten Weltspitze gehört. In einem hochklassigen Duell gegen Rob Cross kämpfte sich der Brabander durch Frustmomente, verpasste Chancen und mentalen Druck – und sicherte sich mit einigen typischen Van-Gerwen-Finishes am Ende den Sieg.
Das Match zeigte viele Facetten seines Spiels. Van Gerwen wechselte zwischen brillanten Momenten und schwächeren Phasen. „Es war kein einfaches Spiel“, sagte er gegenüber Online Darts. „Sicherlich nicht gegen Rob. Er ist einer der besten Spieler der Welt, da musst du immer dein Bestes geben. Außerdem ist seine Spielweise nicht die angenehmste, die man sich vorstellen kann. Aber wenn man ihn schlagen will, muss man Top Darts zeigen.“
Frust, Finishes und der alte „Mighty Mike“
Ein Schlüsselpunkt des Spiels kam in der Mitte der Partie. Van Gerwen vergab drei Darts auf eine komfortable Führung, Cross nutzte die Gelegenheit und kämpfte sich zurück. Die Kameras hielten fest, wie der Niederländer danach deutlich angefressen war. „Das war unglaublich frustrierend“, räumte van Gerwen ein. „Normalerweise darf man sich solche Fehler nicht erlauben. Diesmal bin ich davongekommen, aber zufrieden war ich nicht. Ich dachte, ich sei der bessere Spieler, konnte das aber nicht durchgehend zeigen. Manchmal lief es super, dann wieder gar nicht – das machte es schwierig.“

Kämpft heute Nachmittag vor heimischem Publikum um ein Halbfinal-Ticket: Michael van Gerwen
Trotzdem blieb der dreifache Weltmeister fokussiert. „Das Wichtigste war, meinen Rhythmus und meine Konzentration zu behalten. Am Ende zählt, in den entscheidenden Momenten aufrecht zu bleiben – und das habe ich geschafft.“
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Genau diese Momente folgten in den letzten beiden Legs. Van Gerwen setzte mit zwei herausragenden Finishes, darunter einem 122er-Checkout über Bullseye, die entscheidenden Nadelstiche. Das Publikum explodierte, und der Niederländer ließ seine alte Klasse aufblitzen. „Das war der Michael von früher“, sagte er mit einem Lächeln. „Manchmal musst du einfach da stehen, gerade wenn der Druck am größten ist. Jedes Spiel ist anders: Bedingungen, Ort, Gegner. Aber du musst konzentriert bleiben. Im Moment fühle ich mich fit, voller Energie – und ich will mehr. Das ist erst der Anfang.“
Energie von den Rängen – und der Blick auf Humphries
Van Gerwen lobte auch die Fans, die ihn in Amsterdam lautstark unterstützten. „Das gibt enorm viel Energie. So eine Atmosphäre erlebst du nur ein paar Mal im Jahr, und dann musst du alles daraus machen. Das hilft dir, schwierige Phasen zu überstehen.“
Nach dem Sieg wartet mit Luke Humphries die nächste große Aufgabe. Der Engländer gilt seit geraumer Zeit als einer der gefährlichsten Spieler der Tour, hat aber seine letzten beiden Begegnungen mit van Gerwen verloren. „Luke ist ein fantastischer Spieler“, sagte van Gerwen respektvoll. „Er ist vielleicht nicht in seiner allerbesten Form, aber das bin ich auch nicht. Trotzdem kann er mir gefährlich werden. Er steigert sich oft über längere Matches. Aber ich fühle mich gut, also schauen wir, was passiert.“
Humphries selbst erinnerte am Abend daran, dass van Gerwen die letzten beiden Duelle für sich entschieden hatte. Psychologische Kriegsführung? Van Gerwen grinste: „Vielleicht ist es schon ein bisschen in seinem Kopf. Das wäre schön.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








