Dave Chisnall kämpft um das World Matchplay: „Hoffentlich kann ich mir doch noch mein Ticket für Blackpool sichern“

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 30 Juni 2026 um 8:15
Dave Chisnall (1)
Dave Chisnall muss erneut auf ein enttäuschendes Turnier zurückblicken. Der Engländer verpasste die Chance, bei den Slovak Darts Open 2026 wichtige Preisgelder im Rennen um die Qualifikation für das World Matchplay zu sammeln. Dennoch denkt der Routinier nicht ans Aufgeben. Mit zwei ausstehenden Pro-Tour-Turnieren glaubt er weiterhin daran, sich noch einen Startplatz für die prestigeträchtige Veranstaltung in den Winter Gardens von Blackpool zu sichern.
Bei den Slovak Darts Open hatte Chisnall zunächst allen Grund für Optimismus. Er fühlte sich gut und ging mit Selbstvertrauen ans Oche. Doch einmal mehr brachten ihn kurze Konzentrationsschwächen beinahe um jeglichen Lohn. „Ich fühlte mich vor dem Wochenende gut, auch wenn ich das inzwischen wohl oft sage“, erklärte Chisnall in seiner Kolumne. „Es sind diese kleinen Momente, in denen meine Konzentration nachlässt, die mich fast den Kopf gekostet hätten.“

Beinahe-Aus und bittere Enttäuschung

Der frühere mehrfache Major-Finalist schien sein Auftaktmatch gegen Adrian Dudek bereits sicher im Griff zu haben. Nach einer komfortablen 4:1-Führung deutete alles auf einen souveränen Erfolg hin, ehe die Partie plötzlich kippte und Chisnall sogar mit 4:5 in Rückstand geriet. „Ich war bei 4:1 am Cruisen und ehe ich mich versah, lag ich 4:5 hinten. Zum Glück gelang mir das Rebreak und ich spielte ein starkes Entscheidungsleg. Andernfalls wäre es eine riesige Enttäuschung geworden.“
Dave Chisnall während seines Walk-ons.
Dave Chisnall kämpft weiter um die Qualifikation für das World Matchplay und setzt auf einen starken Endspurt in Leicester.
Am folgenden Tag musste Chisnall dann dennoch früh die Segel streichen. Gegen Jermaine Wattimena setzte es das Aus – eine Niederlage, die ihn besonders ärgerte, weil der Niederländer in der nächsten Runde seinerseits deutlich verlor. „Genau das macht es frustrierend. Wie schon letzte Saison spielte Jermaine gegen mich großartig, aber am nächsten Tag erreichte er dieses Niveau nicht mehr. Hätte ich ein paar schwächere Legs besser begrenzt, hätte ich selbst gut eine starke Serie hinlegen können.“
Nach Ansicht des Engländers entscheiden derzeit Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Gerade auf der Pro Tour sei der Unterschied zwischen einem frühen Ausscheiden und einem tiefen Turnierlauf oft minimal. „Ich hätte drei Matches gewinnen müssen, um die Viertelfinals zu erreichen und damit vermutlich genug Preisgeld für Blackpool einzuspielen. Ich verpasste Doppel, um auf 3:3 zu stellen, und später auch Tops für ein 145er-Finish. In diesen Margen werden Spiele entschieden.“
Trotz der Enttäuschung erkennt Chisnall auch Fortschritte. Anfang des Monats hatte er im Qualifikationsrennen für das World Matchplay noch einen deutlichen Rückstand auf die Konkurrenz. Inzwischen ist der Abstand spürbar geschrumpft.
Aktuell fehlen dem Engländer rund 6.000 Pfund auf die Spieler, die die letzten Qualifikationsplätze belegen. Mit den beiden verbleibenden Players Championship-Turnieren in Leicester bietet sich ihm jedoch die letzte Gelegenheit, diese Lücke noch zu schließen. „Anfang dieses Monats lag ich noch etwa 15.000 Pfund zurück. Diese Lücke habe ich bereits deutlich verkleinert. Jetzt ist vor allem die Frage, ob mir genug Zeit bleibt.“

Optimismus trotz großem Druck

Ungeachtet der schwierigen Ausgangslage blickt Chisnall zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben. Er spürt, dass sich sein Spiel in den vergangenen Wochen deutlich verbessert hat, und hofft nun, diese Entwicklung im entscheidenden Moment auf die Bühne zu bringen. „Mein Spiel ist wirklich besser als vor ein paar Monaten. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass ich es auch in den richtigen Momenten abrufe. Hoffentlich kann ich in Leicester ein gutes Turnier spielen und mir doch noch mein Ticket für Blackpool sichern.“
Das World Matchplay wird vom 18. bis 26. Juli 2026 in den traditionsreichen Winter Gardens in Blackpool ausgetragen. Als Titelverteidiger geht Luke Littler ins Rennen, nachdem er im Endspiel des vergangenen Jahres James Wade mit 18:13 besiegt hatte.
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