PDC Form Guide: Luke Humphries dominiert – Stephen Bunting und Callan Rydz legen kräftig zu

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 30 Juni 2026 um 9:15
Luke Humphries (2)
Luke Humphries hat seine herausragende Verfassung einmal mehr eindrucksvoll untermauert. Der Engländer verteidigte seinen Titel beim US Darts Masters in New York erfolgreich und setzte sich in einem hochklassigen Finale gegen Luke Littler durch. Gleichzeitig belegt auch der aktuelle Form Guide des PDC-Statistikers Christopher Kempf, dass „Cool Hand Luke“ derzeit das Maß aller Dinge im Profi-Darts ist.
Der PDC Form Guide basiert auf den jeweils letzten 200 gespielten Legs aller Tour-Card-Inhaber und zeichnet ein umfassendes Bild der aktuellen Leistungsfähigkeit der Spieler. Neben dem Average fließen dabei auch Werte wie Scoring-Power, Doppelquote, High Finishes sowie das sogenannte OChE-Rating (Overall Checkout Efficiency) ein – ein Wert, der misst, wie effizient ein Spieler Legs tatsächlich für sich entscheidet.

Humphries setzt sich von der Konkurrenz ab

Humphries führt sowohl die Average-Wertung als auch das OChE-Ranking an. Als einziger Tour-Card-Inhaber kommt der Engländer über seine vergangenen 200 Legs auf einen Average von mehr als 100 Punkten und hat sich damit sogar einen komfortablen Vorsprung auf seinen größten Rivalen Luke Littler erarbeitet, der zuletzt ebenfalls mit herausragenden Zahlen überzeugte.
Luke Humphries lächelt in die Kamera.
Luke Humphries bestätigt mit seinem Triumph beim US Darts Masters auch statistisch seine derzeitige Ausnahmestellung auf der PDC-Tour.
In einer Statistik hat Littler allerdings weiterhin die Nase leicht vorn. Der amtierende Weltmeister beendet 14,5 Prozent seiner gewonnenen Legs in zwölf Darts oder weniger, während Humphries auf 13,1 Prozent kommt. Sobald ein Leg jedoch etwas länger dauert, spielt der Weltmeister von 2024 seine enorme Konstanz aus. Humphries gewinnt beeindruckende 61 Prozent seiner Legs innerhalb von 15 Darts. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Tour-Card-Inhaber liegt bei lediglich 29 Prozent. Außer Humphries und Littler kommt kein Spieler auch nur annähernd an diesen Wert heran. Wessel Nijman ist mit 47,7 Prozent der stärkste Verfolger.
Diese außergewöhnliche Konstanz spiegelt sich auch im OChE-Rating wider. Zwar ist Humphries' Wert im Juni leicht gesunken, dennoch liegt er weiterhin bei starken 68 Punkten. Nach Kempfs Modell bedeutet das, dass der Engländer auf Basis seiner aktuellen Form gegen einen durchschnittlichen Gegner auf der PDC-Tour ungefähr doppelt so viele Legs gewinnt, wie er verliert.

Bunting überzeugt mit Effizienz

Die Dominanz von Humphries und Littler bedeutet allerdings nicht, dass andere Spieler keinen starken Monat erlebt haben. Besonders Stephen Bunting machte zuletzt nachhaltig auf sich aufmerksam. „The Bullet“ erreichte bei zwei aufeinanderfolgenden Players Championship-Turnieren jeweils mindestens das Halbfinale. Mit insgesamt neun Siegen und mehr als 10.000 Pfund Preisgeld arbeitete sich der Engländer kontinuierlich in den Statistiken nach oben.
Auch beim US Darts Masters stellte Bunting seine Finishing-Qualitäten unter Beweis, als ihm ein sehenswertes 164er-Finish gelang. Damit führt er inzwischen gemeinsam mit Wessel Nijman die Rangliste der meisten Finishes von 99 beziehungsweise mindestens 101 Punkten über die vergangenen 200 Legs an. Die Kombination aus hoher Scoring-Power und starker Effizienz auf die Doppel hat Bunting bis auf Rang sechs des OChE-Rankings geführt. Bemerkenswert ist dabei, dass er vor mehreren Spielern rangiert, die beim Average höhere Werte erzielen – ein weiterer Beleg dafür, wie entscheidend konsequentes Checken auf höchstem Niveau ist.
Den größten Sprung im Juni machte allerdings Callan Rydz. Der Engländer gewann bei Players Championship-Turnieren zweimal sein Boardfinale und setzte sich dabei unter anderem gegen Gerwyn Price und Rob Cross durch. Innerhalb nur eines Monats verbesserte sich sein Average um nahezu fünf Punkte – eine außergewöhnliche Entwicklung auf diesem Leistungsniveau.
Dennoch bleibt Rydz einer der unberechenbarsten Akteure auf der Pro Tour. Unmittelbar nach seinen starken Erfolgen gegen Price und Cross folgten Niederlagen gegen Adam Leek und Richard Veenstra, die im aktuellen Form Guide deutlich niedriger eingestuft werden. Vor allem auf die Doppel offenbart Rydz weiterhin Schwächen. Unter allen Spielern der Top-16 im Average weist er die niedrigste Checkout-Quote auf. Gerade in den entscheidenden Momenten fehlt ihm deshalb häufig die nötige Konsequenz, wodurch potenziell tiefe Turnierläufe immer wieder frühzeitig enden.

Van Duijvenbode lässt zu viele Chancen liegen

Für Dirk van Duijvenbode fällt die Analyse deutlich weniger positiv aus. Der Niederländer zählt zwar weiterhin zu den stärksten Scorern auf der PDC-Tour, was auch die Zahlen belegen. Mit 77 geworfenen 180ern in seinen vergangenen 200 Legs liegen lediglich vier Spieler vor ihm.
Seine enorme Scoring-Power schlägt sich derzeit jedoch zu selten in erfolgreichen Ergebnissen nieder. Bei den erstmals ausgetragenen Slovak Darts Open kassierte van Duijvenbode bereits seine fünfte Erstrundenniederlage auf der European Tour in dieser Saison. Damit liegt er aktuell außerhalb der Qualifikationsplätze für die Europameisterschaft – obwohl er an allen neun European-Tour-Events des Jahres 2026 teilgenommen hat.
Hinzu kommt laut Kempf der größte Rückgang im OChE-Rating aller PDC-Spieler in den vergangenen Wochen. Verantwortlich dafür sind vor allem seine Probleme auf die Doppel sowie bei den High Finishes. In den vergangenen 200 Legs gelangen van Duijvenbode lediglich sechs Checkouts von 100 Punkten oder mehr, während seine Doppelquote auf lediglich 35 Prozent sank. Dadurch nutzt er seine enorme Scoring-Stärke zu selten, um die entscheidenden Siege einzufahren.
Der aktuelle Form Guide bestätigt damit eindrucksvoll den Eindruck der vergangenen Monate. Luke Humphries präsentiert sich derzeit als komplettester Spieler der PDC und verbindet außergewöhnliche Scoring-Power mit einer herausragenden Effizienz auf die Doppel. Luke Littler bleibt sein schärfster Verfolger und beeindruckt weiterhin mit seinem Weltklasse Komplettpaket. Gleichzeitig arbeiten sich Spieler wie Stephen Bunting und Wessel Nijman immer näher an die Spitze heran. Während Callan Rydz einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt, muss Dirk van Duijvenbode seine Chancen auf die Doppel deutlich konsequenter nutzen, um wieder dauerhaft zur absoluten Weltspitze zu gehören.
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