„Der Gesundheitszustand meiner Mutter und Großmutter verschlechterte sich rapide“ – William Borland erklärt sein reduziertes Pro-Tour-Jahr 2025
PDC
In Edinburgh ist William Borland kürzlich wieder vor die Kamera getreten. Ruhig war es zuletzt um den Mann jenes legendären Neun-Darters bei der Darts-WM – jedoch nur nach außen. Hinter den Kulissen war sein Jahr geprägt von Familie, Gesundheit, Arbeit und der mühsamen Suche nach Struktur.
„Die Dinge laufen gut“, sagt Borland mit einem leichten Lächeln. „Ich bin zwar nicht mehr voll auf der Tour und arbeite wieder im Dartladen, aber ansonsten läuft vieles richtig gut.“
Seine reduzierte Präsenz auf der Pro Tour war keine sportliche Entscheidung, sondern eine persönliche. Der Schotte erklärt offen, warum er in diesem Jahr so wenig reisen konnte. „Ich will gar nichts verpassen, ich will einfach spielen“, betont er. „Aber der Gesundheitszustand meiner Mutter und meiner Großmutter hat sich stark verschlechtert. Dann steht man vor der Wahl: egoistisch zur Pro Tour fahren oder zu Hause bleiben und helfen. Ich habe mich entschieden, zwei Monate lang ganz für sie da zu sein.“
Diese Phase war hart – aber notwendig. „Ich habe im Haus geholfen, überall, wo es ging. Zum Glück geht es ihnen inzwischen viel besser. Meine Mutter wird noch auf Alzheimer getestet, und ich hoffe, dass es nicht so weit kommt. Aber im Moment sind beide fit und gesund. Das nimmt mir enorm viel Druck.“
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Gleichzeitig beschreibt Borland die Zeit als mentale Entlastung. „Als ich ständig unterwegs war, habe ich sie kaum gesehen. Und wenn ich zu Hause war, habe ich gearbeitet. Jetzt hatte ich endlich die Zeit für meine Familie. Das tat extrem gut.“
Zurück auf der Tour – aber zu spät für die WM
Nachdem sich privat alles stabilisierte, meldete sich Borland auf der Pro Tour zurück. „Ich habe die letzten acht Pro Tours gespielt und eigentlich ordentliche Ergebnisse geliefert“, sagt er. „Ich fühle mich gut und habe viele Stunden am Board investiert. Aber es war einfach zu wenig, um realistisch noch eine Chance auf die WM zu haben.“
Beim WM-Qualifikationsturnier wollte er es dennoch wissen – vergeblich. „Es hat nicht sollen sein“, sagt er nüchtern. Deshalb wird er 2025 nicht auf der Bühne des Ally Pally stehen. Ganz fernbleiben wird er aber nicht. „Natürlich tut es weh, wenn ich die WM nur von außen sehe. Aber ich werde im Publikum sitzen. Auch darauf kann man sich freuen.“
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Der Clip, der nie vergeht: der Neun-Darter
Jedes Jahr vor der WM taucht ein Video wieder auf: Borlands entscheidender Neun-Darter gegen Bradley Brooks 2022. Für viele Fans ist er „der Mann dieses Moments“.
„Es ist schön, daran erinnert zu werden“, sagt er. „Was ich damals gemacht habe, war unglaublich.“
Aber er will mehr sein als ein historischer Clip. „Wenn man meine Ergebnisse sieht, erkennt man, dass ich das Niveau habe, um mit den Topspielern mitzuhalten. Es ist die Beständigkeit, die fehlt. Der Unterschied zu Jungs wie Humphries, Littler, Aspinall oder Cammy (Cameron Menzies) ist momentan einfach zu groß. Die spielen jeden Tag auf höchstem Level. Ich arbeite hart daran, dahin zurückzukommen.“
Sein Einsatz steht außer Frage. „Mein Kumpel George sagt immer, ich sei zu engagiert“, lacht er. „Ich spiele weiterhin die Montagabend-Liga, gehe zu offenen Turnieren und unterstütze Pubs. Ich spiele Hunderte Legs – wahrscheinlich manchmal zu viele.“
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Ein neuer Job, neue Routine – und neue Darts
Parallel hat sich sein Alltag verändert. Borland arbeitet inzwischen im Arrowheads Darts Shop in Livingston. „Finanziell hat mir das enorm geholfen. Früher drehte sich alles nur um die Tour. Jetzt habe ich einen Teilzeitjob und großartige Kollegen.“
Diese neue Struktur hat sein Leben und sein Dartspiel verändert. „Ich wurde ehrlich gesagt etwas faul“, gibt er zu. „Als es meinen Eltern schlecht ging, saß ich viel zu Hause. Und davor hatte ich keinen Job – ich habe nur täglich Darts gespielt. Das ist aber nicht dasselbe wie ein richtiger Rhythmus.“
Heute steht er früh auf, hat Routinen und lebt gesünder. „Das kann nur helfen. Vielleicht macht es mein Spiel besser – ich denke schon. Wir werden es sehen.“ Auch beim Material tut sich was: „Ich habe neue Winmau-Darts, und sie fühlen sich top an. Die Beständigkeit kommt langsam zurück. Jetzt muss ich sie nur noch konstant zeigen.“
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Q-School: Der harte Weg zurück
Der Pfad zurück auf die große Bühne führt über die Q-School – ein Turnier, das Borland gut kennt. „Ich gehe hundertprozentig hin, um meine Tour Card zurückzuholen“, sagt er entschlossen. Die Trennung von seinem früheren Manager Matt verlief im Guten. „Jetzt mache ich es allein – und ich freue mich sogar darauf.“
Er weiß genau, worauf er sich einlässt. „Die Q-School ist wahrscheinlich das härteste Turnier im Dartsport. Hunderte Spieler, zehn Tour Cards. Viele gehen enttäuscht heim. Hoffentlich erwischt es dieses Mal nicht mich.“
Zum Schluss spricht Borland über das Bild, das er in vielen Köpfen hinterlassen hat – und welches er verändern möchte. „Ich will nicht für immer ‚der Typ mit dem Neun-Darter‘ bleiben“, sagt er klar. „Dieser Moment war großartig, aber ich WEISS, dass ich mit den Jungs mithalten kann. Es geht nur um Beständigkeit. Daran arbeite ich jeden Tag. Wenn das klappt, sehen wir, wohin mich der Weg führt.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026












