Danny Noppert hätte in der jüngsten Folge des
Darts Draait Door-Podcasts von
Vincent van der Voort und Damien Vlottes zu Gast sein sollen, doch wegen seiner Verpflichtungen bei den World Series-Turnieren in Bahrain und Saudi-Arabien konnte er leider nicht teilnehmen. Dennoch drehte sich vieles um den 35-jährigen Niederländer, der Anfang dieses Monats nicht in die
Premier League-Auswahl berufen wurde.
Die vorherige Folge der Podcast-Reihe nahmen sie fünf Minuten nach dieser Bekanntgabe auf. Schon damals machten sowohl Van der Voort als auch Vlottes klar, dass sie die Entscheidung, Noppert nicht zu den acht Spielern zu zählen, nicht teilen. Nachdem die beiden nun eine Woche Zeit hatten, darüber nachzudenken, ist der Frust nicht kleiner geworden.
„Wenn man die ganze Woche darüber nachdenkt, wird meine Laune nicht besser. Dann hältst du es einfach für eine Schande“, eröffnete Van der Voort. Was ihn vielleicht noch mehr stört: die relative Stille darum herum. „Aber wenn du siehst, wie wenig Aufruhr es gibt, merkst du, dass eigentlich jeder daran gewöhnt ist, dass diese Organisation (die PDC, Red.) lächerliche Entscheidungen trifft. Dass man es für normal hält, dass da ein paar Idioten sitzen, die machen, was sie wollen. Darauf läuft es hinaus.“
In ihren Augen ist das Muster inzwischen allzu offensichtlich. Vlottes: „Dass
Danny Noppert zum vierten Mal in seiner Karriere, viertes Mal in Folge, erleben muss, dass jemand, der tiefer in der Weltrangliste steht, vor ihm eingeladen wird.“ Und Van der Voort ergänzt den Kern des Problems: „Man hofft doch, dass das Sportliche zählt und nicht, wer am besten ins Bild passt. Dann ist das erneut ein Fehlgriff, und das ist schade.“
Es ist ein Thema, das öfter aufkommt: die Spannung zwischen sportlicher Logik und kommerziellen Entscheidungen. „Die PDC kann tun und lassen, was sie will“, sagt Van der Voort. „Sie haben die Spieler dort, wo sie sie haben wollen. Jeder hat panische Angst, etwas Negatives zu sagen, sonst wirst du nirgendwo mehr eingeladen. Sie denken nur an ihre Paradepferde, und der Rest interessiert sie null Komma null.“
World Series als Pflaster auf die Premier League-Wunde? ‚Steck sie dahin, wo ich sie nicht sehen kann‘
Noppert steht hingegen sehr wohl auf der Teilnehmerliste für die kommenden World Series-Turniere, zusammen mit unter anderem Michael van Gerwen und Gian van Veen.
Vlottes spricht es offen aus: Diese Einladungen fühlen sich für viele wie eine Art Wiedergutmachung an. Van der Voort hat dazu ebenfalls eine klare Meinung. „Wenn das eine Wiedergutmachung sein soll... Dann würde ich sagen: Steck sie dahin, wo ich sie nicht sehen kann.“
Warum so deutlich? Weil die Waage seiner Ansicht nach schlicht nicht im Gleichgewicht ist. „Die Premier League wiegt eben etwas schwerer. Mit Sponsoring. Mit Boni. Mit Kommerz. Das gleicht sich wirklich nicht aus.“
Noppert gehört nicht zur Premier League-Auswahl, wird aber bei den ersten beiden World Series-Turnieren in Bahrain und Saudi-Arabien aktiv sein.
Auch der Name Gary Anderson fällt anschließend als Spieler, der nach Meinung beider eine Einladung für die Premier League verdient hätte. Und dabei geht es nicht nur um Leistungen, sondern auch darum, wie Beziehungen an der Spitze der PDC funktionieren.
Van der Voort zeichnet ein Bild einer Welt, in der Egos eine Rolle spielen. „Wir haben übers Jahr hinweg doch bemerkt, dass Matt Porter ebenfalls ein ziemlich großes Ego hat.“ Es wird zu einem psychologischen Spiel: Anderson hatte früher gesagt, er würde die Premier League „ablehnen“, und Van der Voort vermutet, dass die PDC das nicht vergisst. „Das ist rein ihm gegenüber geschehen, weil man ihm nicht gönnte, dass er eine Einladung ablehnen könnte.“
Vlottes nennt das „ziemlich kindisch“, aber Van der Voort fügt hinzu: „Von beiden Seiten übrigens. Anderson, der es fast obsessiv immer wieder betont, die PDC, die es womöglich persönlich nimmt – das hilft niemandem“, schloss er.