Chris Dobey startet mit Frust ins neue Jahr. Kurz vor den ersten
Players Championship-Turnieren 2026 in Hildesheim meldete der Engländer, dass sein Gepäck erneut nicht angekommen ist. Für den ehemaligen Major-Sieger ist es kein Einzelfall.
Auf der Plattform
X machte Dobey seinem Ärger Luft. Der erste Flug des Jahres sei absolviert, das Ergebnis bleibe gleich: kein Gepäck. Schon im Vorjahr habe er aus genau diesem Grund viele Flüge vermieden. Er markierte die Airline KLM und sprach von einem „einzigen Chaos“.
Ein strukturelles Problem zum ungünstigsten Zeitpunkt
Der Zeitpunkt könnte kaum unpassender sein. Die
Pro Tour-Events in Hildesheim eröffnen eine lange Phase mit Turnieren quer durch Europa. Enge Zeitpläne, frühe Abflüge und kaum Pausen prägen den Kalender. Wer hier Turniere unfreiwillig ausfallen lassen muss, verliert die Chance auf wichtiges Preisgeld für
Players Championship Finals Qualifikation.
Zum wiederholten Mal landet Dobey ohne sein Darts-Setup bei einem Players Championship Turnier
Dobey kennt diese Situation.
Bereits im März 2023 berichtete er öffentlich, sein Gepäck sei verschwunden. Damals forderte er, Profispieler sollten ihr Equipment im Handgepäck transportieren dürfen. Die Ausrüstung sei ihre Lebensgrundlage. Zwei Jahre später steht er offenbar vor demselben Problem. Wieder fehlt das Gepäck, wieder muss er improvisieren – und wieder stellt sich die Frage, wie viel zusätzliche Belastung ein Spieler verkraften kann.
Die Wiederholung verleiht dem aktuellen Vorfall Gewicht. Dobey deutete bereits an, dass er im Vorjahr mehrere
Pro Tour-Termine aus ähnlichen Gründen ausgelassen habe. Wer regelmäßig mit Unsicherheiten bei der Anreise rechnen muss, plant anders. Für einen Profi, der um Ranglistenpunkte und Preisgeld kämpft, ist das ein entscheidender Faktor.
Auch Gilding und Smith kämpfen mit Reisechaos
Dobey steht mit seinem Ärger nicht allein. Im Mai 2025 verpasste
Andrew Gilding das Players Championship 15 in Hildesheim komplett. Ein verspäteter Flug kostete ihn den Anschluss nach Hannover. Die Umbuchung auf den nächsten Morgen kam zu spät – das Turnier lief ohne ihn.
Ross Smith erlebte ebenfalls mehrere Rückschläge. Im
April 2025 kritisierte er öffentlich lange Warteschlangen und Personalmangel am Flughafen München, nachdem zahlreiche Passagiere ihre Flüge verpasst hatten. Nur wenige Monate später landete er vor einem European Tour-Wochenende in Hamburg ohne Gepäck und Ausrüstung. Sein sarkastischer Kommentar zum „tollen Start“ sprach Bände.
Auch Dobey selbst traf es im Sommer 2025 erneut. Damals verschwand sein Gepäck auf einem Flug mit British Airways. Informationen zum Verbleib? Fehlanzeige. Die Serie an Vorfällen zeigt: Reiseprobleme betreffen längst nicht nur einzelne Spieler, sondern ziehen sich durch die Tour.
Die Pro Tour kennt kein Pardon
Die Players Championship-Serie gilt als Herzstück des PDC-Kalenders. Mehr als 30 Floor-Turniere pro Jahr bieten Ranglistenpunkte und Preisgeld. Wer zu spät ankommt oder ohne Ausrüstung dasteht, riskiert sportliche Einbußen. Anders als bei großen TV-Events existieren da keine Alternativlösungen.
Für die Spieler bedeutet das zusätzlichen Druck. Jeder verpasste Start kostet Chancen in der Order of Merit. Gerade zu Saisonbeginn wiegen solche Rückschläge schwer. Wenn ein etablierter Profi offen darüber nachdenkt, seine Turnierplanung wegen Reisechaos zu überdenken, wirft das Fragen auf.
Noch steht im Fokus, ob Dobey rechtzeitig einsatzbereit ist. Doch seine jüngsten Aussagen verdeutlichen ein wachsendes Problem im Profidarts. Zwischen Board und Flughafen entscheidet längst nicht mehr nur die Form über Erfolg – sondern auch die Zuverlässigkeit der Anreise.