Die Zukunft von
Peter Wright im PDC-Kosmos wirkt zunehmend ungewiss. Nach Einschätzung des früheren Major-Siegers und heutigen Darts-Experten
Paul Nicholson könnte der zweifache Weltmeister ernsthaft darüber nachdenken, sich in absehbarer Zeit auf würdige Weise aus dem Profi-Darts zurückzuziehen. Nicholsons Aussagen folgen auf erneut enttäuschende Auftritte von Wright bei der
Darts WM im Alexandra Palace.
Der 55-jährige Schotte
schied im vergangenen Monat bereits in der zweiten Runde der WM aus. Gegen
Arno Merk blieb Wright mit einem Average von nur 79,20 deutlich unter seinem gewohnten Niveau. Es war ein weiteres zähes Match in einer Phase, in der die Form von „Snakebite“ seit geraumer Zeit kritisch hinterfragt wird. Die schwachen Ergebnisse spiegeln sich auch in der Weltrangliste wider: Wright ist inzwischen
auf Platz 31 der PDC Order of Merit abgerutscht.
„Über Peter zu sprechen ist für mich schwer“
Paul Nicholson, der Wright seit vielen Jahren kennt und mit ihm befreundet ist, sprach offen über die Situation. „Über Peter zu sprechen ist für mich schwer, weil er ein guter Freund ist und ich wirklich viel für ihn empfinde“, erklärte der Australier. „Aber das ist Darts. Es ist vielleicht nicht das Ende der Welt, doch es könnte der Anfang vom Ende seiner PDC-Karriere sein.“
Peter Wright wirkt nachdenklich und ungewohnt ratlos – nach einer enttäuschenden WM mehren sich die Fragen zu seiner Zukunft auf der PDC-Tour
Nicholson erkennt Parallelen zu anderen Spielern, die sich bewusst für einen geplanten Abschied entschieden haben. Als Beispiel nennt er Steve Beaton, der frühzeitig ankündigte, noch ein Jahr spielen zu wollen, bevor er einen Schritt zurücktrat. „Peter Wright ist keiner, der einfach so aufhört. Er hat eine enorme Leidenschaft für den Sport“, so Nicholson. „Aber manche Signale kann man nicht ignorieren.“
Eines dieser Signale sieht der Analyst in den statistischen Daten der vergangenen Weltmeisterschaft. Laut Nicholson verzeichnete Wright bei der WM 2026 seine schwächsten Averages seit 16 bis 17 Jahren. Hinzu kam eine auffällige Unsicherheit beim Material. „Er wechselte während mehrerer Legs seine Darts und stand sogar mit drei unterschiedlichen Setups auf der Bühne. Das zeigt mir, dass seine Fokussierung nicht mehr dieselbe ist wie in den Jahren, in denen er 2020 und 2022 Weltmeister wurde.“
Aussagekräftige Niederlage gegen Merk
Auch die Niederlage gegen
Arno Merk wertet Nicholson als besonders aufschlussreich. „Merk spielte solide, absolut. Aber das ist ein Match, das Peter in der Vergangenheit komplett kontrolliert und mühelos gewonnen hätte“, ordnet er ein.
Nach Nicholsons Einschätzung ringt Wright derzeit selbst mit grundlegenden Fragen. „Manchmal musst du in den Spiegel schauen und dich fragen: Bin ich zufrieden mit dem, was ich erreicht habe? Mit zwei Weltmeistertiteln? Oder ist noch mehr im Tank? Ist das nur ein vorübergehendes Tief – oder etwas Strukturelles?“
Ehrenrunde möglich
Zum Abschluss wagt Nicholson eine klare Prognose. „Mein Gefühl sagt mir, dass
Peter Wright sehr bald beschließen könnte, noch ein Jahr zu spielen und sich danach zu verabschieden“, so der Analyst. „Und wenn er das tut, kann man ihn noch einmal feiern und ehren. Denn es ist absolut nichts falsch daran, auf würdige Weise aufzuhören.“