„Ich habe gelernt, wie anders diese großen Arenen sind, und musste mental stark sein“ – Josh Rock erlebte ein schwieriges Debüt in der Premier League Darts

PDC
Donnerstag, 25 Juni 2026 um 8:00
Josh Rock (2)
Josh Rock hat auf seine erste Saison in der Premier League Darts zurückgeblickt. Obwohl der Nordire sportlich eine schwierige Kampagne in der prestigeträchtigen Liga erlebte, wusste er andernorts nachhaltig zu überzeugen. Laut dem aktuellen Weltranglistenachten war es vor allem seine mentale Widerstandskraft, die verhinderte, dass eine enttäuschende Premier League den Rest seiner Saison negativ beeinflusste.
Rock gab in diesem Jahr sein Debüt in der Premier League Darts, einer Konkurrenz, die er als junger Dartsfan jahrelang verfolgt hatte. Der 25-jährige Dartspieler gewann jedoch lediglich vier Partien in sechzehn Spielwochen und beendete die Saison schließlich am Tabellenende. Davon ließ er sich jedoch nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Abseits der Premier League lieferte er starke Leistungen mit einem Halbfinale bei der UK Open und dem Sieg bei den Austrian Darts Open.

„Nicht im Vorfeld begriffen, wie hart die Premier League Darts ist“

Im Gespräch mit dem Love the Darts Podcast erklärte Rock, dass ihm vorab nicht vollständig bewusst gewesen sei, wie hart die Premier League tatsächlich ist. Als junger Fan verfolgte er jahrelang die größten Namen des Sports, doch erst als Teilnehmer erkannte er, was alles dazugehört. „Als ich als Kind Darts geschaut habe und Spieler wie Phil Taylor und Michael van Gerwen in der Premier League gesehen habe, dachte man eigentlich, sie kämen einfach, spielten ihre Matches und fertig“, so Rock. „Aber wenn du selbst Teil davon bist, merkst du, dass es viel mehr ist als das. Es ist ständiges Reisen, Trainieren, Vorbereiten und Regenerieren. Das macht es enorm hart.“
Laut Rock wird der mentale Aspekt des Sports zuweilen unterschätzt. Während viel Aufmerksamkeit Technik, Scoring und Finishes gilt, ist aus seiner Sicht gerade die mentale Stärke auf Topniveau oft ausschlaggebend. „Du musst mental stark sein, das denke ich wirklich. Ich bin dankbar, dass ich in dieser Hinsicht gut aufgestellt bin. Das hat mir geholfen, nicht in den Enttäuschungen der Premier League stecken zu bleiben“, sagte der Nordire.

Anpassung an die größten Bühnen

Neben dem dichten Reiseschema musste sich Rock auch an die riesigen Arenen gewöhnen, in denen die Premier League ausgetragen wird. Während die meisten European-Tour-Turniere vor einigen tausend Zuschauern stattfinden, füllte die Premier League Woche für Woche Hallen mit teils mehr als 15.000 Fans.
Diese Erfahrung erwies sich als deutlich eindrucksvoller, als er im Vorfeld erwartet hatte. „Ich habe gelernt, wie anders diese großen Arenen sind. Der Lärm, die Atmosphäre und alles, was drumherum passiert, ist komplett anders als bei einem regulären Turnier“, erklärte Rock. „Bei einer Euro Tour spielst du meist vor 2.500 bis 3.000 Menschen. Das wirkt viel kompakter. Aber wenn du plötzlich in einer Arena stehst mit 12.000, 14.000 oder sogar 17.000 Unterstützern, dann ist das wirklich etwas, das du erst verarbeiten musst.“
Für viele Spieler kann eine zähe Premier-League-Saison die Ergebnisse bei anderen Turnieren negativ beeinflussen. Rock gelang es jedoch, diese beiden Welten strikt voneinander zu trennen. Während sich die Niederlagen an den Donnerstagabenden der Premier League häuften, lieferte er auf anderen Bühnen weiter ab.
Auf die Frage, wie ihm das gelungen sei, verwies er erneut auf seine mentale Stärke. „Ich habe es schon zuvor gesagt: Ich glaube, dass ich mental stark bin. In diesem Sport musst du das sein, wenn du erfolgreich sein willst. Ich denke, darin mache ich einen ordentlichen Job.“

Auf der Jagd nach der Weltspitze

Trotz seiner enttäuschenden Premier-League-Kampagne kann 2025 für Rock noch immer zu einem der erfolgreichsten Jahre seiner Karriere werden. Sein Sieg bei den Austrian Darts Open und starke Auftritte bei anderen großen Turnieren haben dafür gesorgt, dass er sich fest in den Top Ten der Weltrangliste hält.
Doch der ambitionierte Nordire ist längst nicht zufrieden. Seine Ziele für die nächste Zeit sind klar: ein erster individueller Major-Titel und weiteres Klettern in der Weltrangliste. „Einen individuellen Major zu gewinnen, wäre natürlich großartig“, sagte Rock. „Aber mein wichtigstes Ziel ist es, die Top Vier der Welt zu erreichen.“
Mit seinem jungen Alter, beeindruckenden Scoring und einer zunehmend robusten mentalen Widerstandskraft scheint Rock alle Zutaten zu besitzen, um sich in den kommenden Jahren endgültig in der absoluten Weltspitze zu etablieren. Die Premier League brachte vielleicht nicht das gewünschte Ergebnis, doch die dort gewonnenen Erkenntnisse könnten sich langfristig als besonders wertvoll erweisen.
Josh Rock in Aktion
Josh Rock gab in diesem Jahr sein Debüt in der Premier League Darts
Während manche Spieler unter dem Druck einer schwierigen Saison auf der größten wöchentlichen Bühne der Dartswelt einknicken würden, hat Rock gezeigt, dass er Rückschläge schnell abhaken kann. Genau diese Eigenschaft könnte in seiner Jagd auf die größten Titel des Sports entscheidend sein.
Rocks Botschaft ist daher eindeutig: Talent allein reicht nicht, um die Spitze zu erreichen. Wer im modernen Darts bestehen will, muss nicht nur gut werfen können, sondern vor allem mental stark sein.
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