„Ich weiß, dass ich jeden schlagen kann“ – Kevin Doets ist bereit für sein Traumdebüt beim World Matchplay

PDC
Samstag, 18 Juli 2026 um 16:49
Kevin Doets (2)
Für Kevin Doets beginnt in dieser Woche ein besonderes Kapitel seiner Karriere. Der 28-jährige Niederländer gibt in Blackpool sein Debüt beim World Matchplay, einem Turnier, das allgemein als eines der prestigeträchtigsten Events im PDC-Kalender gilt. Nach einer herausragenden ersten Saisonhälfte hat sich Doets seinen Platz in der Weltspitze mehr als verdient und reist voller Selbstvertrauen in die legendären Winter Gardens.
Beim World Matchplay treffen die 16 bestplatzierten Spieler der Weltrangliste auf die 16 besten Akteure der ProTour-Rangliste. Das Teilnehmerfeld gehört dadurch Jahr für Jahr zu den stärksten der Saison. Für Doets fühlt sich die Qualifikation wie die Belohnung für jahrelange harte Arbeit an.
Der Nordholländer hat sich in den vergangenen Monaten eindrucksvoll auf der internationalen Bühne etabliert. Er gewann seinen ersten Ranglistentitel, erreichte erstmals das Finale eines European-Tour-Turniers und arbeitete sich dank seiner konstanten Leistungen unter die besten 32 der Weltrangliste.
Nach Jahren der stetigen Entwicklung scheint sein endgültiger Durchbruch 2026 geschafft zu sein. Dadurch wird sein erster Auftritt auf der berühmten Bühne in Blackpool noch besonderer.
„Das sind die Momente, für die ich gearbeitet habe, seit ich meine Tour Card gewonnen habe“, erklärte Doets im Gespräch mit der PDC vor seinem Auftaktmatch gegen den ehemaligen Europameister Ross Smith.
„Meiner Meinung nach ist das World Matchplay eines der schwierigsten Turniere, für das man sich qualifizieren kann. Bei diesem Turnier will man unbedingt dabei sein, und endlich bin ich an der Reihe.“

Voller Selbstvertrauen nach Blackpool

Während manche Debütanten mit einer gewissen Nervosität in ihr erstes World Matchplay gehen, strahlt Doets vor allem Selbstvertrauen aus. Seine Ergebnisse der vergangenen Monate geben ihm dazu auch allen Grund.
„Ich bin zu hundert Prozent selbstbewusst. Ich habe meinen ersten Titel gewonnen, mein erstes European-Tour-Finale erreicht und Luke Littler bei den UK Open bis ans Limit gebracht. Ich befinde mich derzeit wirklich in einer guten Phase und hoffe, dass ich diese Form fortsetzen kann.“
Diese Form kam nicht aus dem Nichts. Noch bevor Doets im Mai seinen ersten PDC-Ranglistentitel gewann, hatte er bereits vier Halbfinals und drei Viertelfinals erreicht. Damit bewies er Woche für Woche, dass er dauerhaft um die Titel mitspielen kann.
Die Belohnung folgte schließlich beim Players Championship 13. Nachdem er mehrmals kurz vor einem Turniersieg gestanden hatte, passte an diesem Tag endlich alles zusammen und Doets durfte erstmals einen Ranglistentitel in die Höhe stemmen.

Erster Titel sorgte für enorme Erleichterung

Für Doets bedeutete dieser erste Titel deutlich mehr als nur eine weitere Trophäe im Schrank. Vor allem die Anwesenheit seiner Familie machte diesen Moment unvergesslich.
„Diesen ersten Titel zu gewinnen, war großartig, vor allem weil alle dabei waren. Meine Eltern waren da, meine Freundin war da und auch ihre Eltern waren dabei. Am nächsten Tag hatte ich außerdem Geburtstag. Deshalb war es umso besonderer, ausgerechnet an diesem Tag meinen ersten Titel zu gewinnen.“
Nach Monaten, in denen er immer wieder kurz vor dem Erfolg gestanden hatte, fühlte sich der Sieg wie eine riesige Befreiung an.
„Es fühlte sich an, als wäre mir eine Last von den Schultern gefallen, weil ich das ganze Jahr über schon sehr nah dran gewesen war. Ich hatte viele Halbfinals und Viertelfinals erreicht. Am Ende tatsächlich ein Sieger zu sein, war daher ein großartiges Gefühl.“
Lange konnte Doets seinen ersten Titel nicht genießen, denn nur wenige Tage später stand er erneut im Rampenlicht. Bei den Austrian Darts Open erreichte er erstmals das Finale eines European-Tour-Turniers.
Dort musste er sich am Ende Josh Rock geschlagen geben. Der Finaleinzug unterstrich jedoch, dass sein Titel auf der ProTour kein Zufallstreffer gewesen war. Innerhalb weniger Tage zeigte Doets auf zwei unterschiedlichen Bühnen, dass er inzwischen problemlos mit der absoluten Weltspitze mithalten kann.

Große Bühnen holen das Beste aus Doets heraus

Dass Doets auf den größten Bühnen hervorragend zurechtkommt, bewies er bereits bei den vergangenen beiden Ausgaben der Darts-WM.
Bei beiden Teilnahmen erreichte er das Achtelfinale und feierte bemerkenswerte Siege gegen den ehemaligen Weltmeister Michael Smith und den früheren Major-Sieger Nathan Aspinall.
Bei der WM 2024/25 setzte er sich nach einem nervenaufreibenden Tiebreak gegen Smith durch. Ein Jahr später folgte womöglich seine bislang beste Leistung vor laufenden Kameras, als er sechs Legs in Folge gewann und Aspinall damit völlig überraschte.
Diese Erfahrungen geben ihm zusätzliches Selbstvertrauen für sein Debüt beim World Matchplay.
„Ich habe nicht ohne Grund einen Titel gewonnen. Ich weiß, dass ich jeden schlagen kann.“
„Bei der WM habe ich große Namen wie Michael Smith, Krzysztof Ratajski und Nathan Aspinall besiegt. Das war allerdings nur auf einer Bühne. Jetzt hoffe ich, das auch auf anderen großen Bühnen zeigen zu können.“
Nach Ansicht von Doets bringt die Atmosphäre bei den großen TV-Turnieren das Beste in ihm zum Vorschein.
„Ich spiele sehr gerne auf den großen Bühnen und genieße es wirklich, vor einem großen Publikum aufzutreten. Ich glaube, dass das das Beste aus mir herausholt.“

Neue Ziele für den Niederländer

Obwohl Doets in dieser Saison bereits mehrere Meilensteine erreicht hat, ist sein Hunger nach Erfolg längst nicht gestillt. Sein erstes Ziel für 2026 hat er bereits abgehakt, doch die Messlatte liegt inzwischen deutlich höher.
„Ich freue mich enorm auf das World Matchplay und hoffe, dort gute Ergebnisse erzielen zu können. Das Ziel, das ich mir zu Beginn des Jahres gesetzt hatte, habe ich inzwischen erreicht.“
Seine erste Mission war klar: endlich den ersten Ranglistentitel gewinnen.
„Ich wollte in diesem Jahr unbedingt meinen ersten Titel holen und bin unglaublich froh, dass mir das gelungen ist.“
Doch Doets blickt bereits wieder nach vorne. Sein nächstes Ziel ist eindeutig und passt zu der Entwicklung, die er in den vergangenen Monaten genommen hat.
„Mein wichtigstes Ziel ist es jetzt, nach der WM zu den besten 20 Spielern der Welt zu gehören. Darauf arbeite ich hin.“
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