„Ich will meine Tour Card zurück - und mich voll auf Steeldart konzentrieren“ – Boris Krcmar peilt Comeback über die Q-School an
PDC
Boris Krcmar repräsentiert seit vielen Jahren die kroatische Flagge auf der großen Darts-Bühne. Auch wenn er zuletzt seltener im Rampenlicht stand, bleiben seine Erfolge unvergessen. Ende 2024 verlor er seine Tour Card – ein Einschnitt, der ihn jedoch nicht davon abhält, ehrgeizige Pläne zu schmieden.
Im Gespräch mit der MODUS Super Series erklärte der Kroate, dass er entschlossen ist, auf die Tour zurückzukehren. Zwar verpasste er bei der vergangenen European Q-School das sofortige Comeback, doch künftig will sich Krcmar noch intensiver auf Steeldart konzentrieren – nicht zuletzt wegen der finanziellen Vorteile.
„Ich will wieder mit den Besten spielen“
„Ich hatte zwei Jahre lang eine Tour Card. Ich habe gegen die besten Spieler der Welt gespielt“, sagte Krcmar. „Aber ich konnte beim Steeldart nicht das gleiche Niveau erreichen wie beim Softdart. Jetzt spiele ich mehr Steel, und ich hoffe, dass ich das gleiche Level wie im Soft-Tip erreichen kann. Finanziell gesehen ist Steel besser, weil die Preisgelder auf höchstem Niveau deutlich höher sind. Deshalb will ich mich jetzt voll darauf konzentrieren. Ich werde im Januar die Q-School spielen und hoffe, dass ich wieder eine Tour Card gewinne, um erneut gegen die Besten antreten zu können.“

Möchte im Januar auf die Tour zurückkehren: Boris Krcmar
Vom Talent zum Champion
Krcmars Aufstieg im Dartsport verlief rasant. Schon nach wenigen Monaten galt er als zweitbester Spieler Kroatiens und gewann später gleich acht nationale Soft-Tip-Titel.
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„Ich habe vor etwa 20 Jahren angefangen“, erinnerte er sich. „Zunächst habe ich mit einem Freund nach der Schule gespielt. Schnell merkte ich, dass ich Talent hatte. Nach zwei oder drei Monaten spielte ich bei den kroatischen Meisterschaften und wurde direkt Zweiter. Da wusste ich: Ich kann das schaffen. Ein Jahr später war ich kroatischer Meister. 2009 gewann ich in meinem Heimatland in Zadar meine erste Soft-Tip-Weltmeisterschaft. Danach folgten noch sieben weitere Titel.“
Bevor er sich in der PDC einen Namen machte, holte Krcmar insgesamt 24 bedeutende Soft-Tip-Titel – darunter vier IDF-Weltmeisterschaften (2009, 2011, 2013, 2015). Damit zählt er zu den erfolgreichsten Soft-Tip-Spielern aller Zeiten.
„Neunundneunzig Prozent meiner Karriere habe ich Soft-Tip gespielt. Bevor ich die Tour Card bekam, habe ich nur ein oder zwei Steel-Turniere pro Jahr bestritten. Mit Soft-Tip habe ich praktisch alles gewonnen, was es gab. Aber der Unterschied ist groß: Soft-Tip wird auf einer Maschine gespielt, Steel dagegen ist pur. Doch ich verbessere mich stetig und bin überzeugt, dass ich auch dort erfolgreich sein kann.“
Rekorde und besondere Erinnerungen
Auf die Frage nach seinem ersten großen Titel antwortete Krcmar ohne Zögern: „Das war 2009 in Zadar. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land zu gewinnen, war etwas ganz Besonderes. Außerdem wurde ich rund 45 Mal Europameister in unterschiedlichen Disziplinen – Einzel, Doppel, Mannschaft, Cricket, 501. Erst vor zwei Monaten habe ich in der Slowakei wieder einen WM-Titel geholt.“
Große Momente auf der Weltbühne
Neben seinen Erfolgen im Soft-Tip sammelte Krcmar auch auf der Steel-Bühne unvergessliche Momente. Fünf Mal trat er bei der PDC-Weltmeisterschaft an, dazu vier Mal beim World Cup of Darts. Sein größter Erfolg: das Viertelfinale beim World Cup 2024, als er gemeinsam mit Romeo Grbavac Kroatien vertrat und erst am späteren Finalisten Österreich scheiterte.
„Das war ein großartiger Moment – ein Traum für jeden Dartspieler“, schwärmte er. „Die Atmosphäre ist einzigartig. Es spielt keine Rolle, wer am Oche steht – die Fans feiern guten Dartsport. Nach meinen Spielen habe ich drei- bis vierhundert Nachrichten auf Facebook oder WhatsApp bekommen. Es war verrückt.“
Für Krcmar ist das Tragen der kroatischen Farben ein ständiger Antrieb: „Es ist immer eine große Ehre, für mein Land zu spielen. Vor zwei Monaten traten wir in Frankfurt an – das war wieder ein ganz besonderer Moment, den ich nie vergessen werde.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








