„Irgendwann dachte ich: Hör mal auf mit den Triples, Kumpel“ – Van Duijvenbode konnte Andersons Comeback nur knapp verhindern
PDC
Dirk van Duijvenbode hat sich erstmals in seiner Karriere für die Halbfinals des World Matchplay qualifiziert. Der Niederländer steuerte in Blackpool scheinbar auf einen mühelosen Sieg gegen Gary Anderson zu, sah den Schotten in der Schlussphase jedoch gefährlich nahekommen. Am Ende behielt Van Duijvenbode mit 16:13 dennoch die Oberhand.
Mit diesem Sieg erreicht der 34-jährige Niederländer erstmals die letzten Vier des prestigeträchtigen Turniers. Auch wenn das Endergebnis etwas anderes vermuten lässt, war das Duell lange Zeit Einbahnstraße. Van Duijvenbode erspielte sich einen komfortablen Vorsprung und führte sogar 15:8, bevor Anderson eine beeindruckende Aufholjagd startete.
Van Duijvenbode sah, wie der erfahrene Schotte immer besser in seinen Rhythmus fand, just in dem Moment, als ihm selbst nur noch ein Leg zum Matchgewinn fehlte. „Irgendwann dachte ich: Lass das mal mit den Triples, Freund“, sagte er bei Viaplay.
Wo sich viele Spieler bei so einem Rückstand bereits gefügt hätten, glaubte Anderson weiter an die Wende. „Darüber war ich nicht erfreut, denn normalerweise denkst du mit so einer Führung, dass es durch ist. Dass wir die letzten zwei Legs noch eben einsammeln. Dem war er nicht zugeneigt.“
Spannung schlug zu
Mit jedem gewonnenen Leg von Anderson wuchs die Anspannung auf der Bühne. Van Duijvenbode spürte, wie ihm die Partie langsam zu entgleiten drohte. „Je näher er kommt, desto unangenehmer wird es.“
Der Niederländer wusste, dass er das Match so schnell wie möglich entscheiden musste. „Ich hoffte schon, dass ich es zügig zumache, sonst würde es unangenehm. Nun, das wurde es fast.“
Weiterlesen
Trotz des steigenden Drucks vertraute er weiter auf seine eigene Scoring-Power. Van Duijvenbode redete sich ein, dass ein starkes Leg reichen würde, um die Partie doch noch über die Ziellinie zu bringen. „Ich dachte mir: Ich kann immer noch einmal einen 12-Darter oder einen 15-Darter werfen.“
Dieses Vertrauen war berechtigt. In Leg 29 produzierte er nacheinander 134, 180 und erneut 134 Punkte und legte damit die Basis für den entscheidenden Sieg.
Auf die Frage, wie er in so einem Schlüsselmoment plötzlich wieder sein Topniveau abrufen konnte, kam die typische Antwort. „Einfach zielen und treffen.“
Weiterlesen
Erinnerungen an Duell mit Van Gerwen
Laut Van Duijvenbode spielte nicht nur die Spannung eine Rolle. Auch die Atmosphäre in den Winter Gardens beeinflusste sein Spiel. Das Publikum stellte sich fast geschlossen hinter Anderson, etwas, das der Niederländer bereits Anfang der Woche in seinem Match gegen Michael van Gerwen erlebt hatte. „In meinem Kopf denke ich, dass es irgendwann kippt.“
Er erkannte dieselben Gefühle wie bei seinem früheren Sieg über den dreifachen Weltmeister. „Da lief es irgendwann auch nicht mehr. Dann wirst du einfach wieder eingeschüchtert. Es ist genau dasselbe, mit dem Publikum komplett auf seiner Seite, und dann verfehle ich ein paar Doppel.“
Weiterlesen
Trotz dieser schwierigen Phase hielt Van Duijvenbode stand und verhinderte, dass Anderson eine der größten Aufholjagden in der Geschichte des World Matchplay vollendete.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









