Suljovic überzeugt, Wright souverän – Menzies sorgt mit Ausraster für Eklat bei der Darts WM 2026

PDC
Dienstag, 16 Dezember 2025 um 12:25
Mensur Suljovic (2)
Die Nachmittagssession des dritten Turniertags bei der Darts WM 2026 im Alexandra Palace hatte alles zu bieten, was den Sport ausmacht – von hochklassigen Finishes bis zu emotionalen Ausbrüchen.
Brendan Dolan, Mensur Suljovic und Peter Wright zogen souverän in Runde zwei ein. Im Mittelpunkt stand jedoch ein völlig außer Kontrolle geratener Cameron Menzies, der nach seiner Niederlage gegen Debütant Charlie Manby für einen unschönen Zwischenfall sorgte.

Dolan eröffnet mit Pflichtsieg

Brendan Dolan machte zum Auftakt kurzen Prozess mit dem erst 21-jährigen Engländer Tavis Dudeney, auch wenn das 3:1 auf dem Papier knapper wirkt, als es tatsächlich war. Der „History Maker“ dominierte das Geschehen von Beginn an, checkte gleich drei Highfinishes – darunter ein perfekter 170er „Big Fish“ – und stellte seine Routine in den entscheidenden Momenten unter Beweis.
Brendan Dolan
Während seines Sieges über den jungen Tavis Dudeney verzauberte der History Maker die Fans des Ally Pally mit dem Big Fish.
Dudeney ließ gerade auf den Doppeln zu viele Chancen liegen (23% Checkoutquote), während Dolan mit einem Average von knapp 90 Punkten und einem 37-prozentigen Checkoutwert eiskalt blieb. Selbst als der junge Engländer im dritten Satz aufdrehte, fand Dolan stets die richtige Antwort und vollendete den Sieg schließlich über die Doppel 4. In Runde zwei trifft der Nordire nun auf Ryan Searle.

Drama pur – Menzies scheitert und rastet aus

Das zweite Match des Nachmittags entwickelte sich zu einem wahren Thriller. Der schottische Publikumsliebling Cameron Menzies und der aufstrebende Engländer Charlie Manby lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, das erst im fünften Satz entschieden wurde. Beide überzeugten mit hohem Scoring – neun 180er von Menzies, fünf von Manby – und spielten Averages über der 90-Punkte-Marke.
Der entscheidende Moment kam, als Manby beim Stand von 2:2 im letzten Satz vier Matchdarts vergab, Menzies aber ebenfalls seine Breakchance liegen ließ. Schließlich traf der 20-Jährige das Madhouse und feierte unter tosendem Jubel seinen ersten WM-Sieg überhaupt.
Doch die Schlagzeilen gehörten nicht dem Sieger, sondern seinem Gegner. Menzies verlor nach dem Match völlig die Fassung, schlug mehrfach mit der Faust auf den Getränketisch und fegte Flaschen und Equipment vom Podium. Die Bilder seines Ausrasters sorgten in sozialen Medien und unter Fans für Entsetzen.
Wenig später meldete sich Menzies öffentlich zu Wort und zeigte Reue. In einem Statement übernahm er die volle Verantwortung für sein Verhalten: „Es war falsch, so zu reagieren. Ich hatte in letzter Zeit viel im Kopf“, erklärte der 33-Jährige. Der Schotte sprach von einem familiären Verlust, der ihn in den Tagen vor dem Turnier stark belastet habe. Nach dem Tod seines Onkels habe er „emotional überreagiert“. Dennoch stellte er klar, dass dies keine Entschuldigung sei, und entschuldigte sich ausdrücklich bei Manby: „Er hat gut gespielt und den Sieg verdient.“
Sportlich bedeutete das Aus gegen den Newcomer das vorzeitige Ende eines eigentlich starken Jahres für Menzies. Statt mit spielerischer Qualität blieb er diesmal mit einem Eklat in Erinnerung – ein bitteres Kapitel für einen Spieler, der sich zuletzt als gereifter Profi präsentieren wollte.

Suljovic feiert WM-Sieg – Wright ohne Mühe

Im Anschluss betrat mit Mensur Suljovic der nächste deutschsprachige Spieler die Ally-Pally-Bühne. Der Wiener zeigte beim 3:1 über den Kanadier David Cameron eine abgeklärte Vorstellung. Mit einem Average von 94,9 Punkten und elf getroffenen Doppeln von 34 Versuchen kämpfte sich „The Gentle“ in einem zähen, aber hochklassigen Duell verdient in die zweite Runde.
Cameron hielt phasenweise stark dagegen, verpasste jedoch zu viele Chancen auf die Doppel, um den routinierten Österreicher wirklich in Bedrängnis zu bringen. Nach einem Satzverlust im zweiten Abschnitt fand Suljovic in Satz drei zu alter Stärke zurück und entschied den vierten Durchgang souverän für sich – sein erster WM-Sieg im Ally Pally seit zwei Jahren.
In Runde zwei wartet nun mit Joe Cullen ein Gegner mindestens auf Augenhöhe, doch der 53-Jährige kann mit dieser Leistung durchaus optimistisch nach vorne blicken.
Den Abschluss der Session machte Publikumsliebling Peter Wright. Der zweifache Weltmeister trat standesgemäß im auffälligen Grinch-Outfit an und unterstrich beim 3:0 gegen Noa-Lynn van Leuven seine Favoritenrolle. Zwar setzte die Niederländerin im zweiten Satz mit einerm 108er Highfinish ein Ausrufezeichen, doch „Snakebite“ blieb in den entscheidenden Momenten eiskalt. Ein 152er Highfinish, souveräne 56 Prozent auf die Doppel und das bessere Timing gaben den Ausschlag.
Wright trifft in der nächsten Runde auf den deutschen WM-Debütanten Arno Merk, der das Duell gegen den Schotten kaum erwarten kann.
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