„Luke ist besser als beide“ – Justin Hood schwärmt von Luke Littler und stellt van Gerwen sowie Taylor in den Schatten
PDCJustin Hood gelang bei der vergangenen Darts WM der Durchbruch. Mit seinen starken Auftritten im Alexandra Palace spielte sich der Engländer nicht nur sportlich in den Vordergrund, sondern entwickelte sich auch zum Publikumsliebling. Seitdem ist Hood längst mehr als nur ein bekannter Name auf der Pro Tour – sein Leben hat sich innerhalb weniger Wochen grundlegend verändert.
Im Gespräch mit Oche180 blickte der Engländer auf die turbulenten Monate nach seinem WM-Erfolg zurück. Dabei sprach er über die enorme Aufmerksamkeit, die ihn seitdem begleitet, die finanziellen Auswirkungen seines Turnierlaufs sowie seinen Traum, eines Tages ein eigenes chinesisches Restaurant zu eröffnen.
„Seit der WM ist alles komplett anders“
„Seit der WM ist es eine enorme Achterbahnfahrt gewesen“, erzählt Hood. „Ich ging von nahezu nichts zu Hunderten von Nachrichten pro Tag. Das ist großartig, aber auch etwas, woran man sich gewöhnen muss. Inzwischen komme ich da ein wenig durch und kann mich wieder voll auf mein Darts konzentrieren.“
Justin Hood sorgte bei der vergangenen Darts WM für Furore – der Engländer spricht nun über die Folgen seines Durchbruchs.
Neben seinen Leistungen auf der Bühne sorgte vor allem ein anderes Thema für Schlagzeilen: Hoods Wunsch, irgendwann ein eigenes chinesisches Restaurant zu eröffnen. Mittlerweile nimmt er die große Resonanz darauf mit Humor.
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„Neunzig Prozent der ganzen Aufmerksamkeit drehten sich um dieses chinesische Restaurant“, sagt er lachend. „Aber das bleibt das Ziel. Wir hoffen, in den kommenden ein bis zwei Jahren eines eröffnen zu können. Das ist weiterhin der Traum.“
Überall erkannt nach dem WM-Märchen
Seit seiner Rückkehr aus dem Alexandra Palace hat sich auch sein Alltag komplett verändert. Wo Hood früher ungestört trainieren konnte, wird er heute beinahe überall von Fans erkannt und angesprochen.
„Seit dem Tag, nachdem wir von der WM nach Hause gekommen sind, ist alles komplett anders“, erklärt der Engländer.
„Es ist schwierig, irgendwo noch in Ruhe zu trainieren, weil die Leute mit dir reden wollen. Das stört mich überhaupt nicht, ich werde nie jemandem ein Foto oder ein Gespräch verweigern. Aber wenn man wirklich ernsthaft trainieren möchte, wird das schwierig.“
Deshalb hat Hood seine Trainingsroutine angepasst. Statt wie früher regelmäßig in seinem Stammpub zu trainieren, weicht er inzwischen häufiger auf das Haus eines Freundes aus.
„Ich trainiere jetzt viel öfter bei einem Freund zu Hause als in der Kneipe, in der ich sonst immer gespielt habe. Ich bin in einem Pub aufgewachsen und habe dort den Großteil meiner Einheiten absolviert. Hoffentlich legt sich die Neuheit bald etwas, und ich kann wieder einfach das tun, was ich tun muss.“
„Das Preisgeld hat unser Leben verändert“
Auch finanziell war die Weltmeisterschaft für Hood ein Wendepunkt. Gleichzeitig räumt er mit der Vorstellung auf, dass die gesamte ausgeschüttete Summe am Ende tatsächlich auf dem eigenen Konto landet.
„Für mich und meine Freundin war es absolut lebensverändernd“, erzählt er. „Aber die Leute vergessen, dass Managementkosten abgehen und dass man Steuern zahlt. Von diesen hunderttausend Pfund blieben am Ende ungefähr dreißigtausend übrig.“
Trotzdem sei dieser Betrag für ihn und seine Partnerin von enormer Bedeutung gewesen.
„Für uns war das eine Spritze von dreißigtausend Pfund, die wir vorher nie hatten. Dadurch kann ich dieses Jahr ohne Druck spielen. Ich muss nicht jedes Match gewinnen, um meine Miete zahlen zu können. Das ist ein herrliches Gefühl. Aber ich will mehr. Ich will Weltmeister werden.“
„Luke Littler hat die Darts-Welt für immer verändert“
Bemerkenswert ist, dass Hood nicht seinen eigenen WM-Lauf als größten Moment des Turniers bezeichnet. Stattdessen hebt er den Triumph von Luke Littler hervor.
„Der Höhepunkt war, dass Luke Littler Weltmeister wurde“, sagt Hood ohne zu zögern. „Ich bin immer dieselbe Person, ob ich nun gewinne oder verliere. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, auch wenn ich gern noch weiter gekommen wäre. Gary war einfach fantastisch und hat mich geschlagen. Aber dass Luke den Titel geholt hat, war für mich der schönste Moment.“
Für Hood hat Littler den Dartsport nachhaltig verändert – nicht nur durch seine Erfolge, sondern auch durch die enorme Aufmerksamkeit, die er der gesamten PDC beschert hat.
„Er hat Spieler wie mich, aber auch jemanden wie Nathan Aspinall, im Grunde berühmt gemacht“, erklärt Hood. „Früher wurde man vielleicht einmal in seinem eigenen Club erkannt. Jetzt kann man nicht einmal mehr einkaufen, ohne dass die Leute wissen, wer man ist. Das kommt alles durch Luke, und dafür dürfen wir ihm unglaublich dankbar sein.“
Dabei hebt Hood nicht nur Littlers sportliche Klasse hervor, sondern auch dessen Persönlichkeit.
„Er ist so ein großartiger Junge. Er bekommt viel Kritik, weil er so gut ist. Das war früher auch bei Phil Taylor so und später bei Michael van Gerwen, als sie dominierten. Aber Luke ist besser als beide. Wenn er so weitermacht, wird er der beste Dartspieler, den wir je gesehen haben.“
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Hood sieht Littler als Maßstab der PDC
Nach Ansicht des Engländers ist Littler inzwischen der Spieler, an dem sich alle Konkurrenten messen.
„Die Leute sollten hinter ihm stehen“, findet Hood. „Du brauchst immer so einen dominanten Spieler. Als Phil Taylor alles gewann und später Michael van Gerwen, wollten alle anderen sie schlagen. Jetzt ist Luke dieser Mann.“
Gleichzeitig ist Hood überzeugt, dass Littlers Dominanz das Leistungsniveau der gesamten Tour anhebt.
„Wenn in der einen Woche Humphries gewinnen würde, in der nächsten Gerwyn Price und danach van Gerwen, dann würden sich die Turniersiege auf mehrere Schultern verteilen. Aber Luke dominiert. Er hat dieses Jahr erst ein einziges Ranglistenturnier verloren. Das ist furchteinflößend, und er ist erst neunzehn Jahre alt.“
Selbst die größten Namen des Sports würden sich laut Hood an Littler orientieren.
„Jeder schaut zu Luke auf. Es ist mir egal, was die Leute sagen, selbst Michael van Gerwen schaut darauf, was Luke macht. Was er in diesem Alter leistet, haben wir noch nie gesehen. Phil Taylor dominierte auch, aber der brauchte zuerst ein paar Jahre. Luke hat bei der PDC jedes WM-Finale erreicht, das er hätte erreichen können. Es ist beängstigend, wie gut er jetzt schon ist und wie gut er noch werden wird.“
„Er könnte sogar 20 WM-Titel in Serie gewinnen“
Auch auf die Frage, ob Littler eines Tages den Rekord von Phil Taylor mit 16 Weltmeistertiteln brechen könne, muss Hood nicht lange überlegen.
„Wenn es jemanden gibt, der das kann, dann er. Er kann sogar zwanzig in Folge gewinnen … es sei denn, er spielt gegen mich“, sagt Hood mit einem Augenzwinkern. „Ich komme, Luke.“
Anschließend wird der Engländer wieder ernst und gerät regelrecht ins Schwärmen.
„Er ist der beste Spieler, den ich je gesehen habe. Ich habe Phil Taylor aus nächster Nähe erlebt und auch Michael van Gerwen in seinen absoluten Topjahren. Aber Littler ist etwas völlig anderes. Er ist eine Maschine. Etwas, das wir noch nie gesehen haben und vielleicht auch nie wieder sehen werden.“
Neben Littler sieht Hood auch weitere junge Talente mit einer großen Zukunft.
„Mitchell Lawrie ist großartig und wird noch Großes leisten. Dasselbe gilt für Kaya Baysal. Das sind Weltklassespieler mit einer schönen Zukunft. Aber Luke Littler bleibt für mich der beste Spieler, den ich je sehen werde, auch wenn ich irgendwann selbst mit dem Darts aufhöre.“
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Mit viel Selbstvertrauen Richtung WM
Nach seiner überraschend starken WM-Kampagne verliefen die folgenden Monate zwar wechselhaft, dennoch ist Hood überzeugt, bei den großen TV-Turnieren erneut seine beste Leistung abrufen zu können.
„Ich blühe bei TV-Turnieren auf“, sagt er. „Seit ich professionell Darts spiele, habe ich eigentlich nur eine schlechte TV-Partie gespielt, und das war kürzlich in der Slowakei. Dafür hatten wir unsere eigenen Gründe.“
Eine kurze Auszeit habe ihm zuletzt zusätzlich gutgetan.
„Ich habe mir mit meiner Freundin ein paar Tage frei genommen. Vier Tage ohne Darts. Jetzt bin ich zurück, mein Arm fühlt sich wieder gut an. Hoffentlich gibt mir das den perfekten Schub in Richtung Weltmeisterschaft.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











