„Adrian Lewis sagte immer wieder, dass Josh Rock im Krankenhaus liege, weil er sich den Rücken verletzt habe, als er mich getragen hat“ – Daryl Gurney lässt sich von Späßen inspirieren
PDCDaryl Gurney steht im Viertelfinale der European Darts Championship 2025. Der Nordire setzte sich im Achtelfinale mit 10:6 gegen Ross Smith durch – ein Arbeitssieg, der ihn allerdings einiges an Nerven kostete. „Es war ein richtiger Kampf – vor allem in den ersten fünf Legs. Ich habe da oben einfach gefroren. Ich stecke meine Hände nie in die Taschen, und diesmal war’s wirklich eiskalt“, sagte Gurney im Rahmen der Pressekonferenz nach der Partie unter anderem gegenüber Dartsnews.de (YouTube).
Trotz der schwierigen Bedingungen ging Gurney mit einer 4:1-Führung in die erste Pause: „Er hätte genauso gut 4:1 führen können. Ich hatte einfach Glück, dass wir beide mit den Bedingungen zu kämpfen hatten.“ Zufrieden war der Nordire dennoch nicht: „Ich habe mit Gian van Veen vor dem Turnier trainiert – der hat nichts verfehlt. Ich habe richtig gut mitgehalten, und dann komme ich auf die Bühne und spiele so. Das war enttäuschend, auch wenn’s für den Sieg gereicht hat.“
„Ich weiß, dass da noch mehr kommt“
Mit einem Average von 92 Punkten blieb Gurney hinter seinen Trainingsleistungen zurück – dennoch sieht er sich auf dem richtigen Weg: „Ich habe das Gefühl, ich kann viel mehr, als ich heute gezeigt habe. Sobald ich mich entspannt habe – so ab der zweiten Pause – lief es besser. Egal, was Ross geworfen hat, ich konnte immer antworten. Wenn er eine 180 geworfen hat, wusste ich, dass ich sie kontern kann.“
Am Ende zählte vor allem eines: Gurney steht wieder unter den letzten Acht eines Major-Turniers. „Ich bin einfach froh, wieder an einem Sonntag auf einer großen Bühne zu spielen. Aber da ist noch mehr drin – ich muss es nur zwischen den Ohren hinkriegen.“
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Der „alte Gurney“ – nur mit mehr Ruhe
Seit Jahren ist der Nordire dafür bekannt, mit Leidenschaft und Emotion zu spielen – manchmal auch mit Wut. Doch der 39-Jährige sieht diese Phase als vorbei an:
„Ich glaube, ich kann gar nicht mehr so wütend werden wie früher. Das kostet zu viel Energie.“ Stattdessen versucht er, ruhig zu bleiben: „Im World Cup habe ich mir gesagt: Geh einfach raus, hol den Arm hoch und wirf locker. Und das habe ich heute auch gemacht. Wenn du deine Chancen nutzt und Druck machst, fällst du irgendwann über die Ziellinie – genau das ist passiert.“
Kalte Finger, heißer Kopf
Auf die Frage, ob er sich für den nächsten Tag Handwärmer zulegen werde, antwortete Gurney schmunzelnd: „Nein, das habe ich noch nie gemacht. Ich hoffe einfach, dass es morgen wärmer ist. Vor zwei Jahren habe ich hier gegen Gabriel Clemens gespielt, da war Wind auf der Bühne – das war schlimmer.“ Und falls es wieder kalt wird? „Dann rege ich mich wahrscheinlich wieder auf – und wärme mich dadurch von selbst auf.“
Routine als Vorteil
Der erfahrene Nordire weiß, wie man durch lange Turniertage kommt. „Der erste Spieltag ist immer der härteste, weil jeder frisch ist und jeder gewinnen will. Aber ich fühle mich heute nicht ausgepowert – ich bin morgen frisch.“
Aus seinen Erfolgen, etwa dem Titel bei den Players Championship Finals und dem World Cup-Sieg mit Josh Rock, hat er gelernt: „Du musst wissen, wann du isst, wann du dich vorbereitest. Beim World Cup konnte ich kaum was essen – nur einen Burger von McDonald’s – und das hat gereicht.“
Gurney über den möglichen Gegner: „Egal ob van Gerwen oder Dobey – ich bin bereit“
Im Viertelfinale trifft Gurney nun auf den Sieger des Duells zwischen Michael van Gerwen und Chris Dobey. „Ich habe keine Ahnung, wer’s wird – aber es wird so oder so hart. Beide sind absolute Topspieler. Ich freue mich auf das Match, egal gegen wen. Ich habe heute so gut trainiert, das gibt mir viel Selbstvertrauen. Ich muss nur das umsetzen, was ich am Practice-Board mache – dann kann ich jeden schlagen.“
Deutschland als gutes Pflaster
Auch emotional verbindet Gurney mit Deutschland viel: „Ich habe hier im Juni mit Josh Rock den World Cup gewonnen. Das war riesig. Wir wussten, dass wir als Team stark genug sind, um das Turnier zu holen – und haben es wirklich geschafft.“ Mit einem Lächeln erinnert sich der Nordire an den Spaß mit Kollegen Adrian Lewis: „Adrian hat erzählt, Josh sei wegen Rückenschmerzen im Krankenhaus, weil er mich durch das Turnier getragen hat. Ich habe ihn daran erinnert, dass er selbst nach dem letzten Spiel mit Phil Taylor in Rente gegangen ist.“
Nun hofft Gurney, dass Dortmund ihm weiteres Glück bringt: „Ich war hier schon zweimal im Halbfinale, 2017 und 2019. Damals war ich vielleicht ein besserer Scorer, heute bin ich der bessere Finisher. Wenn ich das beides zusammenbringe, kann hier wieder etwas Großes passieren.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









