„Ich hatte die Hoffnung, dass er etwas besser aus dem World Cup of Darts kommen würde“ – Vincent van der Voort sieht Gian van Veen mit sich selbst kämpfen

PDC
Mittwoch, 24 Juni 2026 um 6:00
Gian van Veen (2)
Die Ergebnisse von Gian van Veen bleiben in den letzten Wochen hinter den hohen Erwartungen zurück, die er zu Beginn dieser Saison geweckt hatte. Nach einer starken Phase, in der er sogar das WM-Finale erreichte, scheint der niederländische Dartspieler weiterhin auf der Suche nach seinem besten Spiel zu sein. Auch Ex-Profi und Darts-Experte Vincent van der Voort erkennt, dass die Form noch nicht zurückgekehrt ist.
Die Teilnahme am World Cup of Darts gemeinsam mit Michael van Gerwen schien für Van Veen eigentlich eine willkommene Unterbrechung des konstanten Drucks auf der PDC Tour zu sein. Bei diesem Turnier machte der Niederländer einen frischen Eindruck, wodurch die Hoffnung entstand, dass er den Weg nach oben wiedergefunden habe.
Laut Van der Voort hat sich dieser Aufschwung jedoch noch nicht fortgesetzt. „Ich hatte die Hoffnung, dass er ein bisschen besser aus dem World Cup kommen würde“, so Van der Voort. „Aber die Players Championships waren schon nicht großartig und auf der Euro Tour zuletzt auch nicht, das ist schon schade.“

Technische Veränderungen sichtbar

Nach Ansicht des ehemaligen Topdartspielers liegt das Problem nicht nur in den Ergebnissen, sondern es sind auch deutliche Veränderungen im Wurf von Van Veen zu erkennen. Während er in seiner besten Phase mit viel Überzeugung und Freiheit spielte, wirkt sein Spiel nun vorsichtiger.
„Ich habe auch den Eindruck, dass er doch etwas aufrechter steht. Dass er sich nicht mehr so weit nach vorne traut zu lehnen oder zu strecken. Seine Bewegung ist nicht mehr wie früher. Dadurch wird alles etwas vorsichtiger. Und das kommt seinem Spiel nicht zugute.“
Van der Voort betont, dass es nicht einfach ist, solche technischen Anpassungen sofort zu korrigieren. Schon gar nicht in einer Phase, in der Spieler nahezu wöchentlich ans Oche müssen. „Man kann zwar sagen: ‚Mach etwas anders.‘ Aber so funktioniert es auch nicht. Dann wird es wieder unkontrolliert. Das muss man sich antrainieren, und das braucht Zeit. Und die hat er nicht, denn jede Woche muss er wieder ran.“

Mangel an Vertrauen

Der Experte ist der Meinung, dass die aktuelle Situation vor allem aus Unsicherheit resultiert. Aus seiner Sicht ist der Unterschied zur Phase rund um die WM deutlich sichtbar. „In der Zeit, als er das WM-Finale erreichte, hatte er den Pfeil in der Hand, warf ihn so hart wie möglich weg und er landete einfach dort, wo er ihn haben wollte. Da denkst du nicht darüber nach.“
Dieses Vertrauen scheint derzeit zu fehlen, weshalb Van Veen laut Van der Voort ständig nach Kontrolle sucht. „Jetzt tut er das eben, und das ist auch nicht ungewöhnlich. Man will sich ja auch nicht zum Deppen machen. Wenn man in Form ist, klappt alles. Jetzt ist es ein ständiges Ausprobieren, überall schauen, wo er die Kontrolle wiederfinden kann.“
Gian van Veen in Aktion
Gian van Veen ist weiterhin die Nummer drei der Welt

Weg zurück zum alten Niveau

Trotz der schwächeren Resultate sieht Van der Voort genügend Ansatzpunkte für eine Trendwende. Die Lösung liege seiner Ansicht nach nicht in großen Veränderungen, sondern im schrittweisen Zurückfinden zu dem Gefühl, das Van Veen zuvor so erfolgreich gemacht hat. „Dass du langsam wieder dieses Gefühl bekommst.“
Für Van Veen wird die kommende Phase daher vor allem im Zeichen des Wiedergewinnens von Vertrauen stehen. Die Qualitäten, die ihn an die absolute Weltspitze brachten, sind nach Ansicht vieler weiterhin vorhanden, doch die Herausforderung besteht nun darin, diese Selbstverständlichkeit auf der Bühne wiederzufinden. Gelingt das, könnte das aktuelle Formtief schnell der Vergangenheit angehören.
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