„Ich wusste, dass sich etwas ändern musste“ – Ryan Joyce besiegt seine Flugangst und feiert EDC-Debüt mit Sieg
PDCZum ersten Mal in seiner Karriere stand Ryan Joyce in dieser Woche bei den European Championships auf der Bühne. Der 39-jährige Engländer startete mit einem überzeugenden 6:3-Sieg über Luke Woodhouse ins Turnier und erlebte dabei nicht nur Erleichterung, sondern auch einen Moment der Selbstreflexion. „Es ist mein Debüt hier“, lächelte Joyce nach seinem Auftaktsieg gegenüber Online Darts. „Es ist schön, mein erstes Match gleich zu gewinnen.“
Ein spätes Debüt mit Vorgeschichte
Obwohl Joyce schon seit Jahren auf der PDC Tour spielt, war es sein erster Auftritt bei der Europameisterschaft. „Ist es nicht verrückt, dass dies dein Debüt ist?“, wurde er gefragt. Joyce lachte: „Nicht wirklich. Ich habe die Euro Tour jahrelang gemieden. Jeder weiß, dass ich nicht gerne fliege. Selbst wenn ich mich qualifiziert habe, habe ich oft einfach gesagt: ‚Weißt du was, ich fliege nicht‘ – und mich zurückgezogen.“
In dieser Saison war alles anders. Joyce entschied sich, seine Gewohnheiten zu ändern und endlich Vollgas zu geben. „Ich habe dieses Jahr fast alle Euro Tours gespielt, nur zwei verpasst. Es war eine völlig andere Saison – und das hat einen großen Unterschied gemacht.“
Überwundene Ängste
Flugangst war jahrelang ein massives Hindernis für „Relentless“. Er sprach offen darüber, erwog sogar eine Therapie – doch am Ende fand er seinen eigenen Weg. „Ich habe es selbst gelöst“, sagt Joyce. „Ich habe mir Apps heruntergeladen, Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung gekauft und versucht, mir einfach nicht bewusst zu machen, dass ich fliege.“
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Seine Methode wirkte erstaunlich gut. „Beim letzten Flug habe ich die Kopfhörer abgenommen und aus dem Fenster geschaut. Das hätte ich mir vor einem Jahr nie vorstellen können. Ich bin stolz auf meine Fortschritte.“
Der neue Fokus: Konstanz und Neugier
Joyce weiß, dass Beständigkeit entscheidend ist, um in die Top 16 zu kommen. „Ich musste etwas ändern“, betont er. „Ich habe alles gespielt, was ging – und das hat mich in der Rangliste deutlich nach vorne gebracht. Natürlich wird es schwieriger, wenn ich das Preisgeld verteidigen muss, aber das nehme ich, wie es kommt.“
Er bleibt realistisch, aber ehrgeizig. „Es gibt so viele großartige Spieler. Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich jedem Probleme bereiten – auch Luke Humphries oder Michael van Gerwen. Aber sie spielen ihr Top-Niveau einfach konstanter. Das ist der Unterschied.“
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Auf der Suche nach dem einen Prozent
Joyce ist ein Perfektionist, der ständig kleine Stellschrauben sucht. „Ich versuche immer, etwas zu finden, das mir das gewisse Extra gibt“, erklärt er. „Demnächst will ich mit längeren Spitzen experimentieren – sechs bis acht Millimeter länger. Damit trainiere ich bis zur Weltmeisterschaft.“
Mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Ich habe nichts zu verlieren. Ich bin nicht die Nummer eins, die Angst haben muss, etwas zu ruinieren. Ich bin irgendwo um Platz 23 – warum also nicht neue Dinge ausprobieren?“
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Vom Flugzeug zum Höhenflug
Die veränderte Denkweise ist das Fundament seines jüngsten Erfolgs. „Die Flugangst stand für meine Zurückhaltung“, sagt Joyce. „Jetzt ist das vorbei.“ Auf die Frage, was die Wende ausgelöst habe, lacht er: „Gute Frage. Irgendetwas muss den Schalter umgelegt haben – ich weiß nur nicht mehr, was.“
Sein Durchbruch kam in dieser Saison ausgerechnet auf der Bühne, die er früher mied. „Vielleicht bin ich immer noch derselbe Spieler wie vor acht, neun Jahren“, meint er. „Aber das Niveau auf der Pro Tour ist heute unfassbar hoch. Manchmal denke ich, ich spiele stark – und dann kommt jemand, der 60 Plätze hinter mir steht, und wirft einen 100er Average. Das ist einfach die Realität.“
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Die nächste Generation drängt nach
Joyce beobachtet mit Respekt und etwas Sorge, wie viele junge Talente nachrücken. „Beau Greaves, Jack Johnson – phänomenal. Und dann die jungen Spieler ohne Tourkarte – einige sind so gut, dass ihr Durchbruch nur eine Frage der Zeit ist. Sie machen das Spiel so leicht.“
Für ihn, mit fast 40 Jahren, bedeutet das: noch härter arbeiten. „Wir versuchen, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, während die Messlatte jedes Jahr höher gelegt wird“, sagt er mit einem Schmunzeln.
„Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weiter aufsteigen kann“
Trotz allem überwiegt bei Joyce der Optimismus. Sein Debüt, seine Überwindung der Flugangst und das neu gewonnene Selbstvertrauen geben ihm das Gefühl, dass seine beste Zeit noch bevorsteht. „Solange ich mich weiter verbessere und nach dem gewissen Extra suche“, sagt er abschließend, „sehe ich keinen Grund, warum ich nicht weiter aufsteigen kann.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










