„Ich fühle mich fit, ich bin schärfer“ – Peter Wright spricht erstmals über extremen Gewichtsverlust
PDC
Peter Wright, zweifacher Weltmeister und eine der schillerndsten Persönlichkeiten auf dem PDC-Circuit, hat im Darts Show Podcast offen über seine körperliche Veränderung, sein jüngstes Formtief und seine Zukunft gesprochen. Der Schotte, besser bekannt als „Snakebite“, hat in den vergangenen Monaten fast 20 Kilogramm abgenommen – und fühlt sich nach eigenen Worten fitter als je zuvor. Doch die neue Leichtigkeit bringt auch unerwartete Herausforderungen ans Oche.
Seit Juni hat Wright seine Ernährung radikal umgestellt. „Um ehrlich zu sein: Ich esse einfach weniger. Ich esse nur einmal am Tag, das war’s“, erklärt er nüchtern. Dazu kommt viel Bewegung im Alltag: „Ich gehe viel zu Fuß. Eigentlich bin ich froh, dass ich dieses Jahr nicht für die World Series und die Premier League ausgewählt wurde. So hatte ich Zeit, zu Hause etwas zu unternehmen, anstatt ständig im Flugzeug zu sitzen.“ Das Resultat: „Hundertmal besser. Ich fühle mich fit, ich bin schärfer – und ich kann es kaum erwarten, dieses Gefühl in meinen Darts wiederzusehen.“
Gewichtsverlust verändert Wurftechnik
Doch die körperliche Transformation wirkt sich auch auf sein Spiel aus. Wright schildert, dass sich sein Wurf anders anfühlt und die Pfeile teilweise nicht mehr so ins Board gehen wie zuvor. „Nachdem ich so viel Gewicht verloren hatte, bemerkte ich, dass meine Darts Schwierigkeiten hatten, das Board zu erreichen. Besonders in Milton Keynes war es schrecklich. Der Dart schien einfach auf halbem Weg stehen zu bleiben und dann nach unten oder nach rechts wegzufallen.“
Um gegenzusteuern, begann der Weltmeister von 2020 und 2022 erneut mit Material-Experimenten. „Ich habe längere Spitzen ausprobiert, weil viele Spieler die inzwischen nutzen, aber das hat mir überhaupt nicht gepasst. Für dieses Turnier bin ich zu einem leichteren Dart zurückgekehrt – ähnlich wie die Darts, die ich vor Jahren gespielt habe.“
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Inspiration durch andere Spieler
Das Phänomen ist kein Einzelfall. Auch Darts-Legende Phil Taylor kämpfte einst mit ähnlichen Folgen nach einer deutlichen Gewichtsabnahme. Wright zieht seine Motivation aus Kollegen, die den Umbruch erfolgreich gemeistert haben: „Luke Humphries und Ross Smith haben mich inspiriert. Sie haben auch viel Gewicht verloren, und das hat ihnen enorm geholfen. Das gibt mir die Zuversicht, dass es auch für mich funktionieren kann.“
Gleichzeitig mahnt er zur Geduld: „Die Statistiken mögen etwas anderes sagen, aber mental fühle ich mich stärker denn je. Wenn ich in den kommenden Monaten den gleichen Schritt wie Humphries machen kann, wäre das großartig.“
Eine auffällige Neuerung in Wrights Saison ist der reduzierte Turnierplan. Weder Premier League noch World Series – eine Seltenheit nach über einem Jahrzehnt Dauereinsatz. „Es war wirklich schön, Zeit zu Hause zu verbringen und nicht ständig mit Darts beschäftigt zu sein. Ich habe kaum trainiert, einfach weil ich nicht das Bedürfnis dazu hatte. Das Spiel ist immer noch da, das weiß ich.“
Dennoch erkennt er auch Risiken: „Wenn man weniger spielt, hat man weniger Wettkämpfe gegen die besten Spieler der Welt. Das kann deine Schärfe beeinträchtigen. Aber das viele Reisen ist auch anstrengend, besonders wenn man älter wird. Vielleicht sollte ich, wie Gary Anderson, meine Turniere gezielt auswählen und mich auf die wichtigsten Momente konzentrieren.“
Wright denkt nicht ans Aufhören
Trotz schwankender Form bleibt der Schotte kämpferisch. „Ich möchte der erste Schotte werden, der dreimal Weltmeister wurde, und der erste Spieler, der ein Preisgeld von einer Million Pfund gewonnen hat“, sagt Wright. Seine Frau Jo motiviert ihn zusätzlich: „Sie sagt mir, ich soll weitermachen, bis ich umfalle“, lacht er. „Selbst wenn ich über ein Leben nach der Karriere nachdenke, habe ich keine Ahnung. Vielleicht als Manager oder Analyst – aber das steht im Moment nicht zur Debatte.“
Seine Überzeugung ist ungebrochen. „Letzte Woche habe ich mich großartig gefühlt, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Das passiert manchmal. Aber ich habe keine Zweifel. Selbst wenn ich schlecht spiele, weiß ich, dass ich plötzlich fünf Legs hintereinander gewinnen kann. Selbst gegen die Besten der Welt.“
Eines steht fest: Peter Wright ist noch lange nicht am Ende.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









