„Natürlich hätten die walisischen Fans lieber Gerwyn Price“ – Nick Kenny überzeugt bei erfolgreichem World-Cup-Debüt
PDC
Das neue walisische Duo hat seine erste Bewährungsprobe beim World Cup of Darts erfolgreich bestanden. Wales startete mit einem Sieg in das Nationenturnier. Auch wenn die beiden Spieler selbst noch Luft nach oben sahen, überwog nach dem Auftakterfolg die Zufriedenheit. Für Debütant Nick Kenny bedeutete der Abend sogar weit mehr als nur einen Sieg – es war die Belohnung für jahrelange harte Arbeit und ein Moment, den er nie vergessen wird.
Vor dem Turnier hatte die Absage von Gerwyn Price für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Wales zeigte jedoch direkt, dass die Mannschaft weiterhin über ausreichend Qualität verfügt. Mit dem erfahrenen Jonny Clayton, einem ehemaligen World-Cup-Sieger, und Debütant Kenny an seiner Seite wurde die erste Hürde erfolgreich genommen. Nach dem Match standen beide Spieler sichtlich stolz den Medien Rede und Antwort.
Emotionales Debüt für Kenny
Für Nick Kenny war es der erste Auftritt für Wales auf der PDC-Bühne beim World Cup of Darts. Der Waliser konnte seine Emotionen kaum verbergen, als er gefragt wurde, was es für ihn bedeute, erstmals das Nationaltrikot zu tragen und direkt zu gewinnen.
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„Fantastisch“, sagte Kenny mit einem Lächeln. „Es hat sich sogar noch besser angefühlt, als ich erwartet hatte. Ich fand, dass ich selbst ordentlich gespielt habe. Das 82er-Finish war ein wichtiger Moment im Spiel und hat gezeigt, dass ich gut drin war. Aber sobald wir ausgeglichen hatten, hat Jonny übernommen. Seine Checkouts waren absolute Weltklasse.“
Trotz des Erfolgs sieht Kenny noch viel Potenzial nach oben.
„Es war solide, aber da steckt definitiv noch mehr in uns. Das war erst der Anfang.“
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Clayton voll des Lobes für seinen neuen Partner
Auch Jonny Clayton genoss seinen ersten offiziellen Auftritt an der Seite von Kenny sichtbar. Der ehemalige Premier-League-Champion fand ausschließlich lobende Worte für seinen neuen Teamkollegen.
„Ich habe jede einzelne Sekunde genossen“, sagte Clayton. „Ich habe es schon vorher gesagt: Man findet kaum jemanden, der mehr Leidenschaft für das walisische Trikot hat als Nick. Er ist fantastisch. Sobald er dieses Trikot anzieht, bedeutet es ihm alles.“
Laut Clayton teilen beide Spieler denselben Stolz, wenn sie ihr Land vertreten.
„Jetzt sind wir zu zweit, die so über Wales denken. Wenn wir dieses Trikot tragen, bedeutet das alles. Als stolzer Waliser sagt man nie Nein zu der Möglichkeit, sein Land zu vertreten. Und glaubt mir: Von uns wird noch mehr kommen.“
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Gruppenphase kein Nachteil für Wales
Da Wales nicht direkt für die K.o.-Phase gesetzt war, musste das Team den Umweg über die Gruppenphase nehmen. Die zusätzlichen Spiele könnten dabei helfen, sich als Duo besser aufeinander einzustellen. Clayton misst diesem Aspekt allerdings keine allzu große Bedeutung bei.
„Um ehrlich zu sein kennen wir uns schon seit Jahren. Auf dem BDO-Circuit haben wir unglaublich viel gemeinsam erlebt. Wir wissen genau, was wir aneinander haben.“
Deshalb überraschte es ihn auch nicht, dass Kenny schließlich als Ersatz für Gerwyn Price nominiert wurde.
„Als Gerwyn abgesagt hat, habe ich sofort an Nick gedacht. Ich wusste, dass er diese Chance verdient hat. Jeder, der ihn kennt, weiß, dass er Darts spielen kann.“
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Der Schatten von Gerwyn Price
Vor dem Turnier drehte sich ein großer Teil der Berichterstattung um die Absage von Gerwyn Price. Viele Experten zweifelten deshalb an den Chancen von Wales. Kenny versteht diese Reaktionen, lässt sich davon aber nicht beeinflussen.
„Vielleicht wurden wir ein wenig unterschätzt. Natürlich weiß jeder, dass ich nicht das Niveau von Gerwyn habe. Darüber muss ich nicht diskutieren. Aber ich habe heute Abend gezeigt, dass ich meinen Beitrag leisten kann. Dieses 82er-Finish war entscheidend.“
Für Kenny zählte vor allem eines: der Sieg.
„Das Einzige, was wir heute tun mussten, war gewinnen. Wenn du in der Gruppenphase verlierst, bringst du dich sofort in Schwierigkeiten. Jetzt können wir nach vorne schauen.“
Gleichzeitig weiß er, dass viele Fans lieber die bestmögliche Besetzung gesehen hätten.
„Ich verstehe die walisischen Fans. Natürlich vermissen sie ihre beiden bestplatzierten Spieler. Aber ich bin nun einmal hier und fühle mich unglaublich geehrt, Wales vertreten zu dürfen.“

Jonny Clayton startete mit neuem Teampartner erfolgreich in den World Cup
Diskussion um den Platz von Price
Ein weiteres großes Thema war die Frage, wer den Platz von Gerwyn Price übernehmen sollte. Neben Kenny galt auch Rob Owen als Kandidat. Letztlich fiel die Wahl auf Kenny, da er in der Qualifikationsrangliste besser platziert war.
Der Waliser machte deutlich, dass er daraus niemals einen persönlichen Konkurrenzkampf gemacht hat.
„Ich habe Rob gesagt, dass er diesen Platz verdient hätte, wenn er bei der letzten European Tour das Finale erreicht hätte. So einfach ist das. Wenn jemand in der Rangliste vor dir steht, dann hat er diese Nominierung verdient.“
Dass die Diskussionen nach seiner Nominierung weitergingen, lässt ihn kalt.
„Ganz ehrlich, das interessiert mich nicht besonders. Ich bin hier, habe meine Arbeit erledigt und bin stolz darauf, diese Chance bekommen zu haben.“
Obwohl Kenny viele Jahre in der WDF erfolgreich war und dort sogar die Nummer eins der Weltrangliste wurde, sieht er den Unterschied zur PDC deutlich.
„Das ist eine völlig andere Welt. Ohne der WDF zu nahe treten zu wollen: Dort war ich am Ende ein großer Fisch in einem kleinen Teich. Hier bin ich plötzlich eine Kaulquappe in einem riesigen Ozean.“
Trotzdem genießt er jede Minute.
„Allein die Möglichkeit, neben jemandem wie Jonny Clayton zu spielen, ist etwas Besonderes. Darauf bin ich unglaublich stolz.“
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Clayton nimmt seinem Debütanten den Druck
Clayton spielte auch abseits der Bühne eine wichtige Rolle. Der erfahrene Waliser versuchte den gesamten Tag über, seinen Teamkollegen möglichst entspannt zu halten.
„Ich habe versucht, ihn den ganzen Tag ruhig zu halten“, lachte Clayton. „Ich habe ihm gesagt: Spiel dein eigenes Spiel. Wenn du ein Finish versuchen willst, dann geh dafür. Mach dir keine Gedanken darüber, was ich anschließend möglicherweise übrig habe.“
Kenny erklärte, wie sehr ihm diese Unterstützung geholfen habe.
„Jonny hat mich wirklich entspannt gehalten. Er hat mir das Vertrauen gegeben, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Das sagt alles über ihn aus.“
Dieses Vertrauen zahlte sich auf der Bühne aus. Kenny traf unter anderem ein wichtiges 82er-Finish, während Clayton in den entscheidenden Momenten seine Klasse zeigte.
„Genau deshalb gehört er zu den besten Spielern der Welt“, sagte Kenny. „Er ist einfach ein Ausnahmespieler.“
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Der Traum vom dritten WM-Titel
Clayton gewann den World Cup of Darts bereits zweimal für Wales. Auf die Frage, was ein möglicher dritter Titel mit Kenny an seiner Seite bedeuten würde, musste er nicht lange überlegen.
„Das würde mir alles bedeuten. Natürlich wäre es großartig, einen dritten Stern auf das Trikot zu holen, aber das gemeinsam mit Nick zu schaffen, wäre etwas ganz Besonderes.“
Eine wichtige Rolle spielt dabei aus seiner Sicht die Chemie innerhalb des Teams.
„Wir können unglaublich viel miteinander lachen. Hinter den Kulissen, im Trainingsraum oder im Hotel – die Stimmung ist immer hervorragend. Das ist in einem Teamwettbewerb enorm wichtig.“
Diese lockere Atmosphäre habe er auch jahrelang mit Gerwyn Price erlebt, betonte Clayton.
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„Es geht darum, Spaß zu haben und sich gegenseitig Vertrauen zu geben. Genau das versuche ich auch bei Nick. Ich sage ihm einfach: Geh auf die Bühne, spiel dein eigenes Spiel und genieße es.“
Mit dem Auftaktsieg hat Wales genau das getan, was notwendig war. Obwohl sowohl Kenny als auch Clayton überzeugt sind, dass ihr Niveau noch steigen kann, ist das Selbstvertrauen deutlich spürbar.
Für Kenny war der Abend vor allem die Bestätigung, dass er auf diese Bühne gehört. Für Clayton war es der Beweis, dass Wales auch ohne Gerwyn Price ein gefährlicher Außenseiter bleibt.
Wenn es nach den beiden Walisern geht, war dieses Interview nur das erste von vielen bei diesem Turnier. Der erste Schritt ist gemacht, und die Botschaft aus dem walisischen Lager ist eindeutig: Wales sollte niemand unterschätzen.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026













