
Die World-Series-Events sind stets Gesprächsthema. Die Topspieler sind gerade aus ihrem WM-Rhythmus, das Setting ist oft exotisch, und die sportliche Bedeutung fühlt sich anders an als bei Ranglistenturnieren. In der neuesten Folge des Darts Draait Door-Podcasts sprachen Vincent van der Voort und Damien Vlottes über das totenstille Publikum in Saudi-Arabien und den besonderen Bonus für einen Neundarter, woraufhin auch noch ein Pfeil auf die Bullseye geworfen werden musste.
Saudi-Arabien: „Es ist einfach gar nichts“
Nach Bahrain zog die World-Series-Karawane weiter nach Saudi-Arabien, und das war gewöhnungsbedürftig. Die Herren sind sehr deutlich. Es beginnt bei Danny Noppert, der früh ausschied. „Noppert hatte nicht ganz seinen Tag“, sagt Vlottes. Van der Voort ergänzt: „Nein, der hatte einen heftigen Off-Day.“
Sie bemerkten es schnell: „Man sah an allem, dass er sich unwohl fühlte. Er spielte einfach überhaupt nicht gut. Er warf ein bisschen auf Tempo. Ein bisschen auf Gefühl. Der hatte einfach seinen Tag nicht. Der hat sich auch gedacht: passt so. Ab nach Hause.“
Dann folgt ein Satz, der viel über das Erlebnis dort sagt: „Es ist kein Vergnügen, in Saudi-Arabien zu spielen, es ist einfach gar nichts dort.“ Van der Voort erzählt, dass er Kontakt mit Van Gerwen hatte, und auch der wurde deutlich: „Normalerweise ruft er einmal am Tag an, diesmal aber öfter. Ihm war langweilig. Da ist einfach gar nichts. Und was es gibt, ist auch nicht viel. Es ist eine ganz andere Welt, in der man dort lebt. Er wollte so schnell wie möglich weg.“
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Applaus bei einer 45: „Das hörst du normalerweise nie“
Sportlich und kulturell fiel noch etwas auf: Das Publikum reagierte völlig anders als in den traditionellen Darts-Ländern. Vlottes erzählt, dass er Van Gerwen im Anschluss auf der Pressekonferenz sprach. „Das Publikum war natürlich sehr begeistert. Die klatschten einfach weiter. Selbst wenn jemand eine 45 warf.“
Es entsteht sogar ein beinahe surreale Vorstellung: als wäre es einstudiert. „Meiner Meinung nach sitzt da einfach jemand … wenn ihr jetzt nicht aufsteht und klatscht …“, witzelt Vlottes. „Es ist sehr ungewöhnlich. Schon der Walk-on von der Seite. Es ist alles ganz neu“, resümiert er.
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Van der Voort glaubt daher nicht, dass das lange tragfähig ist. „Die Halle ist leblos, man merkt, dass es total nichts mit Darts zu tun hat. Wenn du das ein Jahr lang bei jedem Turnier so zeigen würdest, schaut kein Mensch mehr zu. Schön, dass es versucht wird, aber es ist eine reine Finanzsache.“
Das größere Thema kehrt zurück: die PDC, die zwischen Sport und Show balanciert. Obwohl es nicht voll zündete, könne man der PDC laut Van der Voort nicht vorwerfen, dass sie es versucht. „Der Unterschied zwischen Spitzensport und Entertainment ist für sie sehr wichtig. Das hier ging mehr um Sport, und gleich bei der Premier League Darts ist die Entertainment-Seite wieder wichtiger. Die verdienen Berge und Berge an Geld, selbst Eddie Hearn (der Sohn von PDC-Boss Barry Hearn, Red.) war da, und der kommt nie zum Darts. Der kam mal schauen, wie viel Geld er reingeholt hat. Das kann man der PDC nicht übelnehmen. Sie führen ein gutes Unternehmen und da kommt eine Menge Geld rein, nicht normal.“
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100.000 Dollar für einen 9-Darter – und nochmal fürs Bullseye: „Das ist einfach großartig“
Ein weiteres Extra bei den Saudi Arabia Darts Masters war ein ungewöhnlicher Bonus: 100.000 Pfund für einen Neundarter, mit der Möglichkeit, das zu verdoppeln, indem anschließend noch ein Pfeil auf das Bullseye geworfen wird. „Das ist natürlich einfach großartig“, sagt Van der Voort. „Das ist ein schöner Bonus.“
Sie philosophieren laut über den möglichen Druck, den das mit sich bringen würde: „Würde man davon nervös werden? Ich nehme an, ja“, sagt Van der Voort. „Das würde nie wieder jemand vergessen. Das ist noch nie passiert. Also macht es das noch spezieller.“
Sportlich fällt den beiden ebenfalls etwas auf: Die asiatischen Spieler enttäuschten. „Sie haben durchaus aufgeholt, es wird immer besser“, sagt Vlottes. „Aber ich fand das doch enttäuschend. Dass in zwei Turnierchen einer die erste Runde überlebt – da hatte ich etwas mehr erwartet.“
Der Wunsch ist klar: Die asiatischen Spieler sollen nicht nur auf der Bühne stehen, um dabei zu sein, sondern die absoluten Topspieler herausfordern. „Man hofft, dass jemand seinen Gegner wirklich bis ans Limit pushen kann. Ein 6:5 oder so. Und dass du dann zumindest um die 90 oder Richtung 100 im Average liegst“, schließen sie.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










